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F*** Up - Das Scheitern von heute ist der Erfolg von morgen
B2B NORD | Bert Overlack

F*** Up - Das Scheitern von heute ist der Erfolg von morgen

Rastatt (em/fg) Digitalisierung, Disruption, Veränderung, Agilität – wir leben in spannenden und dynamischen Zeiten. Aber wie kommen wir in einer Welt zurecht, die sich so schnell verändert wie noch nie zuvor? Etwas überspitzt formuliert hatten Unternehmen vor 50 Jahren ca. 20 Jahre Zeit, sich auf wichtige Veränderungen einzustellen.

Vor 25 Jahren dauerten die Zyklen im Schnitt nur noch 10 Jahre und heute ist für viele Unternehmen Veränderung allgegenwärtig und permanent und eine kontinuierliche Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen Normalität.

Erfolg in VUCA-Zeiten
Was bedeutet das für die Planung von Projekten und Ergebnissen? Und wie gehen wir mit Zielen um, die nicht so eindeutig definiert werden können, weil sich Rahmenbedingungen schnell verändern, Ergebnisse aufgrund von Unsicherheit nicht planen lassen, eine Vielzahl von Entscheidungsfaktoren nicht übersehen werden können oder es keine eindeutigen Ziele und Antworten gibt? Eine erfolgreiche Führung in VUCA-Zeiten zeichnet sich dadurch aus, dass sie Richtung und Orientierung bietet, Verständnis entwickelt und durch Klarheit und Einfachheit geprägt ist. Der Herausforderung der Mehrdeutigkeit kann durch eine moderne Fehlerkultur begegnet werden.

Umgang mit Fehlern
Fehler und Scheitern lassen sich unter den genannten Rahmenbedingungen nicht vermeiden. Um aus Fehlern und gescheiterten Projekten lernen zu können müssen diese zu allererst einmal angenommen werden. So lange sich Kinder, Schüler und Mitarbeiter verstecken müssen und Angst haben kann kein offener Umgang erfolgen. Dieser ist aber Voraussetzung dafür, dass Fehler analysiert werden können und daraus gelernt werden kann. Verstecken, ignorieren, unter den Teppich kehren, sind hier keine guten Lösungen.

FuckUp-Nights
Im Umgang mit Fehlern bieten die sogenannten FuckUp-Nights von und für Startup-Unternehmer eine gute Anregung. Rund um die Welt treffen sich gescheiterte Gründer mit anderen Jungunternehmen und interessierten Studenten um von ihren Erfahrungen zu berichten. Sie geben damit anderen die Möglichkeit von ihren Erfahrungen zu lernen und ähnliche Fehler zu vermeiden. Im Dezember 2015 durfte ich, Ende vierzig, im Rahmen einer FuckUp- Night in Stuttgart über meine Erfahrung des Scheiterns berichten, die Geschichte der Insolvenz meines Unternehmens in Folge der Finanzkrise erzählen, und meine Reflektionen und Erkenntnisse weitergeben. Eine spannende Erfahrung. Statt Angst vor vorschnellen Urteilen, abgestempelt werden und Spott erlebte ich dort ein echtes Interesse an Erkenntnissen, Respekt vor der Erfahrung, und ein offener und tiefgründiger Austausch.

Abgestempelt
In den USA ist eine Insolvenz ein Gütezeichen für Erfahrung. Weil man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht alles planen und vorhersehen kann und Risiken mit Mut und Selbstvertrauen einhergehen müssen, wenn man etwas Wagen möchte. Durch die fehlende Stigmatisierung sind Unternehmer eher bereit ein Risiko einzugehen als bei uns in Deutschland. Wir lieben Perfektion, Sicherheit und Gewissheit. Nur das bietet uns die Welt nicht mehr.

Scheitern als Qualitätsmerkmal
Menschen, die einmal gescheitert sind, Fehler gemacht und diese reflektiert haben und die Fähigkeit haben, diese in persönliche Erkenntnisse zu übertragen, können wertvolle Stützen in Unternehmen sein. Sie sind oft gereifter und haben viel über sich und andere gelernt. Es sind reflektierte, erfahrene, starke Persönlichkeiten – der Typ, den wir uns in unseren Unternehmen wünschen. Mitarbeiter, die unternehmerisch handeln und dabei Mut und Risikobereitschaft zeigen, die auch mal Druck aushalten und sich durchbeißen können – und die bei Gegenwind nicht abdriften. Aber warum machen wir so oft ein großes Geheimnis um diese Erfahrungen? Jeder Fehler ist eine Investition, jedes gescheiterte Projekt ein Gewinn – an Erfahrung. Unternehmen sind schlecht beraten, diese wertvollen Investitionen nicht anzunehmen und Fehler als das zu sehen, was sie sind: menschlich. Der Fokus auf den Prozess und nicht das Ergebnis, helfen Reflektion und Erkenntnis, das Gelernte auf neue Situationen übertragen zu können.

FuckUp-Events zur Fehlerkultur
Die FuckUp-Nights sind ein gutes Vorbild, wie Fehlerkultur in Unternehmen gelebt werden kann. Ein Forum, wo Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter von eigenen Fehlern berichten, voneinander lernen können, Verantwortung leben, indem sie Antworten geben, eigene Zweifel durch Vertrauen in Lernprozesse beiseitelegen und Angst durch Mut zum offenen Wort ersetzen. Scheitern macht kein Spaß. Wirklich nicht. Zumindest mir nicht. Aber es kann ein sehr wertvoller Prozess sein und Menschen, Produkte und Unternehmen bereichern und positiv verändern. Wenn man durch Fehler lernt, warum haben wir dann soviel Angst davor, welche zu machen?

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