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... und ab dann war ich „Google-Meyer“
B2B Wirtschaft | Holger Meyer

... und ab dann war ich „Google-Meyer“

Itzehoe (sh/kv) Holger Meyer war der erste Manager eines amerikanischen Start-Up Unternehmens, das heutzutage einfach jeder kennt, sein Name ist Google. Als der Suchmaschinengigant außerhalb der USA quasi noch in den Kinderschuhen steckte, hat er es mit aufgebaut und in Deutschland an die Spitze gebracht. Anfangs allein, später dann mit einem eigenen Team. Heute ist er Chief Digital Officer bei der Volksbank Raiffeisenbank eG Itzehoe, aber errinert sich gerne an seine Zeit als Googler zurück.

Wie ist Google auf Sie aufmerksam geworden und was hat Sie interessant gemacht?
Es war das Jahr 2000. Ich war bei der damals bekanntesten Suchmaschine Altavista Director Sales & Operations für die Region DACH. Google hatte zu der Zeit erste Fühler nach Europa ausgestreckt, indem sie mit einer Agentur zusammengearbeitet haben, die Google und Suchmaschinenmarketing seinen Kunden angeboten hat.

„Der persönliche Kontakt – bei allem Digitalen – ist nicht zu unterschätzen.“

Diese Tests mit der Agentur waren recht erfolgreich sodass die Google-Gründer in Mountain View entschieden, erste Büros in UK und Deutschland zu eröffnen. Dafür suchten sie die Manager. Durch meinen damaligen Job bei Altavista sind Headhunter auf mich aufmerksam geworden und dann startete der übliche Google-Prozess. Ich hatte Gespräche mit acht Googlern im 30-Minuten-Takt an einem Tag in Kalifornien – einer davon war der Gründer Sergey Brin – und musste erzählen, wie ich (erstmal ganz alleine) im weitentfernten Deutschland das Geschäft für Google auf- und ausbauen will. Das scheint wohl ganz o.k. gewesen zu sein. Zumindest hatte ich ein paar Wochen später erst einen Anruf und dann einen Arbeitsvertrag aus Mountain View, Kalifornien.

Welche Hürden musste Google während seiner Anfänge in Deutschland überwinden?
Suchmaschinenmarkting zu der Zeit waren normale Werbebanner, die einigermaßen zum passenden Suchbegriff gebucht werden konnten. Dass Google mit „nur Text“-Werbung und der Regel „Der Suchbegriff muss zum angebotenen Produkt exakt passen“, um die Ecke kam und diese Relevanzregel auch strikt vertreten hat, mussten viele Agenturen und Marketingmenschen erst lernen. Dann wurde auch sehr schnell ein „neues“ Preismodell eingeführt: der CPC (Cost-perClick). Das hat auch wieder viele überfordert, weil man plötzlich nicht mehr fixe Preise einer Preisliste hatte, sondern als Kunde seinen Preis für seine Werbung selbst festlegen konnte.

Ich und etwas später die ersten Kollegen im deutschen Team mussten dagegen mehr mit unseren Laptops kämpfen – sie wurden uns von den amerikanischen Kollegen geschickt mit amerikanischen Steckern und Tastaturen. Ich habe lange Zeit meine Mails immer mit „Mit freundlichen Grüßen Holger Mezer“ verschickt.

Was war das größte Erfolgserlebnis das Sie bei Google hatten?
Google war 2000/01 wirklich ein Start-Up sowohl in den USA und besonders auch in Europa und Deutschland. Wir haben damals schnell mal ein kleines Team aufgebaut und einfach losgelegt. Der größte Erfolg ist, dass die meisten Kolleginnen und Kollegen noch heute tolle Jobs bei Google in Deutschland und dem Rest der Welt machen. Einige andere haben sich selbstständig gemacht und ihre Ideen umgesetzt oder sind in anderen Firmen in verantwortlicher Position gelandet. Aus allen ist also etwas geworden. Und wir freuen uns auch immer, wenn wir uns alle mal wiedersehen!

„Arbeit darf Spaß machen.“

Man kennt die klassischen Google Büros aus Filmen, wie kann man sich die deutsche Version davon vorstellen?
Genauso!!! Man braucht eine professionelle Umgebung mit der entsprechenden Technik und Kommunikationsmöglichkeiten. Dann darf es aber auch gerne sehr bunt werden. Arbeit darf Spaß machen. Eine sehr lustige Aktion war damals „Pimp your office“: Jedes Team sollte mit einem kleinen Budget seinen Bereich so gestalten, dass man sofort sehen konnte für welche Kunden sie zuständig sind. Gewonnen hat das Auto-Team, das sich vom Schrottplatz Motorhauben und alte Felgen besorgt hat und dann über die Schreibtische und an die Wände hängte.

„Ich hatte Gespräche mit acht Googlern im 30-Minuten-Takt ... “

Welche Ziele haben Sie für den Suchmaschinen-Giganten verfolgt?
Schon klassische Umsatzziele, aber ebenso wichtig waren Schulungs- und Eventtermine, intern und extern mit Kunden. Der persönliche Kontakt – bei allem Digitalen – ist nicht zu unterschätzen.

Gibt es das absolute Suchmaschinenmarketing und wie ändern sich hier die Parameter?
Einziges Kriterium ist die Relevanz der Informationen für das Bedürfnis des Suchenden. Wenn hier die Parameter weiter verbessert werden können, um das konkret richtige Suchergebnis zu liefern, dann wird das passieren. Welche es sind und wann, das kann ich nicht beantworten.

Stichwort Suchmaschinenoptimierung, was halten Sie persönlich davon?
Es macht Sinn, dass man seine Webseite und deren Inhalte versteht und wie diese im Google-Ranking angezeigt werden. Wenn man unter den schon oben genannten Relevanz- Kriterien für den Suchenden seine Seite optimiert, ist allen geholfen. Der Suchende kommt schnell zu seiner Lösung, Google liefert das richtige Ergebnis an der richtigen Stelle, und die Webseite wird vom Suchenden angeklickt, angeschaut und bestenfalls kommen beide in Kontakt oder ins Geschäft.

Hat sich für Sie durch die Arbeit für Google etwas für Sie verändert?
Vor der Google-Zeit war ich Holger Meyer, ab dann war ich „Google-Meyer“ und das zieht sich noch bis heute durch.

Konnten Sie für sich etwas aus der Zeit bei Google mitnehmen?

Anders denken, bestehende Muster hinterfragen und sich nicht mit dem jetzigen Zustand zufrieden geben. Das habe ich dort erst richtig verstanden und seitdem prägt es mein Arbeitsleben – positiv!!! Ich finde es sehr erfrischend und nerve damit natürlich auch in meinem jetzigen Job.

Und ich habe die „Google7“ mitgenommen: Bei Google gab und gibt es immer viel und gutes Essen, egal wo man ist und isst. Durchschnittlich nimmt ein typischer Google-Mitarbeiter 7 Kilo zu, das habe ich exakt geschafft.

Wie sieht Ihr heutiger Arbeitsbereich aus, gibt es dort Parallelen zu Google?
Meine jetzige Rolle ist die des „Chief Digital Officers“ in der Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe. Auch hier gilt gerade „Anders denken“ zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Und das macht genauso viel Spaß, wie zu Google-Zeiten. Wir könnten vielleicht nur noch etwas mehr Google- Büro-Optik haben, aber daran arbeiten wir im Kleinen auch schon.

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