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Der Löwe des Nordens
B2B NORD | Ralf Dümmel

Der Löwe des Nordens

Stapelfeld (kv/sh) Er ist ein Spezialist für die Produktion und den Vertrieb von Non-Food Produkten und ihm eilt der Ruf voraus den richtigen Riecher für lohnende Geschäfte zu haben. So ist es nicht verwunderlich, dass er bei der Vox Sendung „Die Höhle der Löwen“, der Löwe mit den meisten Deals ist. Deals die erfolgreich sind, aber für Ralf Dümmel steht nicht der schnelle Gewinn im Vordergrund, dazu ist er zu lange im Geschäft.

Der 51-jährige Bad Segeberger startete in der Firma DS Produkte 1988 als Verkaufsassistent, wurde 1996 Gesellschafter und im Jahr 2000 dann Geschäftsführer. Er baute das Unternehmen zum europaweit größten Entwickler und Lieferanten von Non-Food Artikeln auf und beliefert Versand-, Lebensmittel-, Discounter und Einzelhändler. Gerade die Zusammenarbeit mit den Gründern macht ihm sichtlich Freude. Er fiebert auf dem Weg zum Erfolg genauso mit, wie es ihm bei der Niederlage weh tut, aber er weiß, dass der Handel eigene Gesetze hat – der Erfolg ist nicht planbar – nicht jedes Produkt funktioniert, andere dagegen besser als erwartet. Mit der DS Firmengruppe macht er über 250 Millionen Euro Umsatz an den Standorten in Stapelfeld bei Hamburg und Gallin in Mecklenburg-Vorpommern.

Was machen Sie anders als Ihre Vorgänger?
Ich bin nicht bei „Die Höhle der Löwen“ dabei, um etwas explizit anders oder besser zu machen. Alle Löwen haben meiner Meinung nach bisher ihre sehr unterschiedlichen Kompetenzen unter Beweis gestellt und einen tollen Job gemacht. Ich persönlich knüpfe meine Investitionsentscheidung immer an tolle Gründer und überzeugende Produkte.

Was haben Sie als erstes verändert in der Unternehmensführung, als Sie die Leitung übernahmen?
Es war nie mein Ziel, Unternehmer zu werden. Ich wollte einfach eine gute Arbeit, die mir Spaß macht und natürlich Geld verdienen. In meiner Familie wurde Arbeit nie gescheut, so war es für mich immer selbstverständlich fleißig zu sein. Ich bin in das Unternehmertum reingerutscht, nachdem ich meinen Ziehvater, den Gründer von DS Produkte, kennenlernte. Nach einer langen und lehrreichen Zeit im Unternehmen hat er mir Unternehmensanteile überschrieben, nachdem wir beschlossen hatten, den Betrieb gemeinsam weiterzuführen. Ich bin viele Jahre durch fast alle Abteilungen bei DS Produkte gegangen und kenne den Betrieb von Grund auf. Die DNA hat sich nicht verändert. Jedes Unternehmen entscheidet sich für einen Weg und wir waren schon immer modern und sind mit der Zeit gegangen.

Was bedeuten Krisen für Sie?
Ich habe das Glück in meinem Leben gehabt, dass auf der Soll und Haben-Bilanz immer mehr Erfolge zu verbuchen waren. Nichtsdestotrotz habe ich auch Kampfeswillen, denn ich verliere nur ungern. Dennoch: Gerade bei Misserfolgen braucht man ein Team und Menschen im Umfeld, privat oder beruflich, die einem die Augen für alternative Wege öffnen. Es bringt nichts, nach Misserfolgen tagelang ins Kissen zu heulen. Man darf Misserfolge haben und scheitern, aber man sollte immer einen Plan B haben und nie vergessen, dass in jeder Krise eine neue Chance liegt.

Für die breite Öffentlichkeit waren Sie bis zur Höhle der Löwen ein eher unbekanntes Gesicht. Wie wirkt sich Ihr TV Auftritt auf Sie persönlich und auf Ihr Unternehmen aus?
Dazu muss man natürlich sagen: Das, was in der Sendung passiert, mache ich seit 29 Jahren. Ich habe Millionen von Pitches gesehen, bei denen wir entscheiden mussten: Ist das was für die Masse, können wir das verkaufen? Also von der Sache her ist das genau mein Leben. Ich hatte nur bisher nie eine Kamera dabei – und jetzt waren es gleich neun, die auf einen gerichtet sind. Ich habe relativ schnell versucht, das auszublenden. Wenn Sie bei uns in den Showroom gehen, würden Sie sagen: Ach, das macht ihr, das macht ihr, das macht ihr. Wir haben früher nicht groß in der Öffentlichkeitsarbeit gestanden. Aber die Zeiten ändern sich und Öffentlichkeit schadet nicht und bisher hat sich das nur positiv ausgewirkt. Für mich persönlich ist das immer noch total ungewohnt und ich frage mich jedes Mal aufs Neue, warum die Leute ein Selfie mit mir wollen. Was ich aber betonen möchte, ist, dass ich wahnsinnig beeindruckt davon bin, wie positiv und freundlich mir die Leute begegnen.

Welche Geschäftsideen der von Ihnen unterstützten Startups kann man als Erfolg bezeichnen, und bei wem haben Sie sich geirrt?
Die Quote meiner erfolgreichen Investitionen ist extrem hoch und weit über dem marktüblichen Durchschnitt. Deswegen kann man nicht eines herausheben, da es viele erfolgreiche Investitionen gibt, die alle Erwartungen weit übertroffen haben. Dennoch gehört es leider auch dazu, manchmal Fehlentscheidungen zu treffen. Klare Regeln gibt es nicht, denn jedes Produkt hat seine eigene Geschichte. Am Ende entscheiden die Endkunden über Erfolg oder Misserfolg.

Was waren die größten Irrwege in der Entwicklung Ihres Unternehmens?
Es passiert immer mal wieder, dass man eine Fehlentscheidung trifft – sei es bei Personaloder Produktentscheidungen oder ob man Mengen nicht richtig abschätzt. Das ist ganz normal und gehört zum Geschäft dazu. Aus jeder Entscheidung lernt man etwas und daher kann ich glücklicherweise nicht auf wirklich große Fehlentscheidungen zurückblicken.

Im Rückblick: Welche sind die drei Big Points, die Ihr Unternehmen entscheidend nach vorne bewegt haben?
Ich bin bei DS Produkte als zwölfter Mitarbeiter eingestiegen und wir hatten einen Umsatz von drei Millionen Euro. Jetzt haben wir über 400 Mitarbeiter und der Umsatz der Firmengruppe liegt bei 250 Millionen Euro. Dieser Erfolg ist natürlich ohne ein großartiges Team nicht möglich und das ist einer der wichtigsten Faktoren. Innovationsfreudigkeit und Schnelligkeit sind zwei weitere „Big Points“, die seit jeher in der DNA von DS Produkte stecken.

Wo steht Ihr Unternehmen in 10 Jahren?
Wir sind immer gewachsen und wollen weiter wachsen. Die Herausforderungen im heutigen Geschäftsleben werden größer, man muss immer bereit für Veränderungen sein. Deswegen planen wir gezielt und bewusst in die Zukunft. Entscheidend ist, dass man sich mit herausfordernden Fragestellungen auseinandersetzt und die Zukunft mitgestaltet. Ich freue mich darauf, weiterhin jeden Tag gerne zur Arbeit zu fahren und mit einem tollen Team zusammenarbeiten zu dürfen.

Welche Chancen hätten Sie gehabt – haben sie aber nicht ergriffen?
Bestimmt einige, aber ich kenne sie nicht. Wüsste ich sie, hätte ich sie ergriffen.

Welche Geschäftsideen haben Sie im Kopf und wie werden die realisiert?
Viele Ideen entstehen im Team und wir sitzen alle zwei Wochen in einer großen Runde zusammen und diskutieren verschiedene Ideen und Konzepte. Wenn wir überzeugt sind, dann arbeitet ein kleines Team an der Idee weiter und wenn es sich gut entwickelt, dann setzen wir es einfach um.

Denken Sie schon an einen Nachfolger und wie bauen Sie diesen auf?
Wir sind ein Familienunternehmen und mein Partner und ich haben natürlich eine Nachfolgeregelung. Dennoch bin ich kein Freund davon, den Kindern etwas aufzuzwingen. Man muss das was man tut, gerne tun, und wenn unsere Kinder im Unternehmen arbeiten wollen und es gut passt, dann freue ich mich darüber. Wir haben glücklicherweise in allen Bereichen gute Nachwuchskräfte, die wir fördern und fordern. Deswegen sehe ich positiv in die Zukunft.

Sie dürfen als Kanzler fünf Punkte umsetzen – welche wären das?
Es gibt sicherlich immer Punkte, die man ändern könnte und auch sollte. Aber hier am Wirtschaftsstandort Hamburg bin ich persönlich sehr zufrieden mit den lokalen Bedingungen. Grundsätzlich habe ich die Einstellung, dass wir Deutschen manchmal auf hohem Niveau klagen. Wir können froh und dankbar sein, in einem Land, einer politischen Lage und einer Wirtschaft wie unserer zu leben. Wenn ich trotzdem Wünsche frei hätte, würde ich diese eher allgemeiner formulieren und mir wünschen, dass überall auf der Welt die Menschen ohne Hunger und Kriege friedlich leben.

Foto: Rieka Anscheit

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