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„Wir wollen das beste Pflegeheim werden“
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„Wir wollen das beste Pflegeheim werden“

Neumünster (ml) Das Senioren- Pflegeheim Haus Schleusberg ist ohne Frage eine der bekanntesten Einrichtungen dieser Art in der Schwalestadt. Es ist auch bekannt, dass dieses Haus in den vergangenen Jahren durchaus auch einmal schwierige Zeiten erlebt hat. Hier eine Änderung herbeizuführen, war das primäre Ziel des neuen Einrichtungsleiters, Rolf Sitzmann, der das Haus im April lezten Jahres übernommen hat.

Wie es ihm bis jetzt gelungen ist, diese schwierige Aufgabe umzusetzen und was der für diese Position relativ junge Chef im Haus Schleusberg noch alles bewegen möchte, lesen in dem nachfolgenden Gespräch, das das Wirtschftsmagazin mit ihm jetzt führte.

Herr Sitzmann, bevor wir auf Ihr Haus und seine Geschichte zu sprechen kommen, zunächst einige Fragen zu Ihrer Person. Sie sind, wenn Sie erlauben, für diese Position ja noch recht jung. Wie war Ihr beruflicher Werdegang?
Nun, der ist umfangreicher, als man auf Grund meines Alters vielleicht zunächst annimmt. Ich habe nach der Schule eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich gemacht und zum Schluss die Position des Marktleiterassistenten innegehabt. Ich wollte also eigentlich eine Karriere im Lebensmittelbereich machen.

Wie kamen Sie denn dann zum Pflegebereich?
Das wurde, und ich sage heute ganz bewusst zum Glück, ausgelöst durch meine Zivildiensttätigkeit. Die habe ich in einem Krankenhaus absolviert und erst da wurde mir klar, wie hart es ist und was es bedeutet, Menschen zu pflegen. Gleichzeitig hat mich diese Arbeit aber auch unglaublich fasziniert und die Grundlage für meinen weiteren beruflichen Werdegang eingeleitet. Und glauben Sie mir, ich musste in den ersten Monaten wirklich alles machen, vor allem auch die Aufgaben in der Pflege, die man eigentlich nicht so besonders gerne macht. Trotzdem hat mich das alles ganz außerordentlich beeindruckt und nachdenklich gemacht. Letztlich habe ich mich wohl auch ganz gut dabei angestellt. Kurz vor Ende meiner Zivi- Zeit wurde ich jedenfalls gefragt, ob ich nicht eine Ausbildung in diesem Bereich machen möchte.

Und dann haben Sie ja gesagt?
Ohne wenn und aber, ich wollte ein richtig guter Pfleger werden. Ich habe dann verschiedene Stationen in unterschiedlichen Häusern durchlaufen. Von der inneren Medizin wechselte ich an die Lübecker Uniklinik. Da habe ich sehr viel gelernt. Dann kam schließlich das Angebot, in die Altenpflege zu wechseln und ich sagte mir, wenn du das machst, willst du das auch besonders gut machen. Zuerst habe ich im Altenheim Probstei gearbeitet und wechselte dann zum Therapiezentrum Eichenhof als Wohnbereichsleiter. Hier konnte ich meine ersten Führungserfahrungen machen und auch dabei habe ich sehr viel gelernt. Dann kam im letzten Jahr das Angebot vom Haus Schleusberg, hier die Einrichtungsleitung zu übernehmen.

Und dann haben Sie wieder gleich ja gesagt?
Ich wusste natürlich um die Schwierigkeiten, in denen sich das Haus befand. Ich gehe damit auch ganz offen um. Wir hatten damals keinen besonders guten Ruf, also keine besonders gute Außerdarstellung, und, auch das sage ich ganz offen, die Belegungsquote war alles andere als zufriedenstellend.

Warum sind Sie dann trotzdem hier angetreten?
Was ich jetzt sage, meine ich ohne jede Überheblichkeit, und ganz im Ernst: Es ist ja nicht besonders schwer, eine gut funktionierende Einrichtung zu übernehmen, richtig gefordert ist man doch erst einmal nur da, wo etwas nicht gut läuft. So etwas hat mich immer schon fasziniert.

Wie sind Sie an diese neue Aufgabe herangegangen?
Ich hatte mit dem Inhaber, Herrn Kuhrt, abgesprochen, dass ich nicht sofort die Position des Einrichtungsleiters übernehmen wollte, sondern mich erst einmal im Haus in den verschiedenen Bereichen umsehen wollte. Ich habe quasi „undercover“ gearbeitet. Aber nur dadurch habe ich mitbekommen, wie es hier tatsächlich läuft. Ich war sehr nahe an den Menschen und den Mitarbeitern. Ich habe genauso gearbeitet wie alle anderen auch, das bedeutet, dass meine Mitarbeiter heute aber auch wissen, der Sitzmann weiß, wovon er spricht. Das respektieren sie, auch wenn man mal mit einer Entscheidung von mir vielleicht nicht so konform geht. Diese Anfangszeit im Haus Schleusberg war jedenfalls von ungemeiner Wichtigkeit für mein jetziges Tun.

Wie ging es weiter?
Die Anfangszeit war natürlich die Zeit der Analyse. Wichtige Antworten auf meine Fragen habe ich mir zum Beispiel von den Hausärzten geholt, die hier tätig waren. Außenstehende geben natürlich ganz offene und mehrliche Eindrücke wieder, die guten aber auch die schlechten. Das brauchte ich ganz dringend, um die Probleme zu erkennen und dann angehen zu können.

Was war die wichtigste Erkenntnis?
Nun, eine der wichtigsten Aufgaben besteht darin, die Bewohner in die richtige Pflegestufe einzugruppieren. Davon hängt letztendlich Ihr gesamtes Tun und Handeln ab und im Ergebnis natürlich auch die Wirtschaftlichkeit eines solchen Hauses. Also zum Beispliel die Anzahl der Mitarbeiter, in diesem Zusammenhang damit auch unabhängig davon, was mit den Kassen vereinbart wurde. Wenn man hier richtig einschätzt, kann man auch gesund arbeiten. Dies ist ein permanenter Prozess. Der muss immer laufen und natürlich auch kontrolliert werden. Um das richtig umzusetzen, brauchen Sie eine gute Pflegedienstleitung und gute Wohnbereichsleiter. Die Manager in diesen Bereichen sind dafür die wichtigsten Mitarbeiter.

Haben Sie viele Stellen neu besetzen müssen?
Ja, in den eben genannten Bereichen habe ich überall neue Leitungen eingesetzt. Alle bringen jetzt die richtigen Voraussetzungen mit. Ich möchte in diesem Gespräch aber auch betonen, dass ich ohne die großartige Unterstützung von Herrn Kuhrt und seiner Tochter diesen schwierigen Prozess des Neuanfangs nicht so hätte umsetzen können.

Wilhelm Kuhrt hat das Haus Schleusberg einmal gegründet.
Ja, Herr Kuhrt kommt eigentlich aus dem Bau- und Hotelgewerbe und hatte vor nunmehr zwei Jahrzehnten, die Idee, das Haus Schleusberg zu bauen. Und wie gesagt, das ist jetzt 20 Jahre her und deswegen gab es am 12. August auch ein großes Sommerfest bei uns. Neben dem Haus Schleusberg gibt es mittlerweile unter anderem auch Dependancen in Berlin, Hamburg oder Lübeck. Alle diese Häuser hat Herr Kuhrt selbst aufgebaut.

Wieviele Mitarbeiter beschäftigen Sie an diesem Standort?
Insgesamt habe ich 168 Mitarbeiter, davon sind 15 Auszubildende in der Ausbildung zum Pflegehelfer und zur Pflegefachkraft. In diesem Zusammenhang möchte ich aber auch einmal darauf hinweisen, dass ich von der Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt in Neumünster ganz begeistert bin. Allen voran leisten da Frau Jorkschat und Frau Lehmann einen außergewöhnlich engagierten Job für die Menschen, die keine Ausbildung haben und natürlich für uns. Man kennt sich dort gut aus mit den Fördermöglichkeiten und nutzt diese auch. Wir haben bei uns beispielsweise die meisten Bufdi-Stellen, also die meisten Stellen beim Bundesfreiwilligen Dienst. Dafür, und das sage ich nicht ohne Stolz, sind wir vor kurzem übrigens von der Präsidentin des Bundesamtes für Familie, Frau Helga Roesgen, ausgezeichnet worden.

Jetzt einmal zu Ihrem Haus. Was sind hier die besonderen Angebote?
Zunächst möchte ich erst einmal betonen, dass es unser wichtigstes Ziel ist, die Würde der Menschen zu achten, die uns anvertraut sind. Das ist unser tägliches Bestreben. Unser Portfolio ist in insgesamt sieben Bereiche aufgeteilt. Es sind im Einzelnen: Pflegestufe 0 bis 3+, Beschütztes Wohnen, Demenz und Korsakow, Wachkoma/Phase F, Beatmung/Weaning, Ergotherapie und Snoezelen/Wellness. Als erste Einrichtung in Schleswig-Holstein bieten wir Betreutes Wohnen für Wachkomapatienten mit einer Wachkoma-Intensiv-Pflege an.

Was muss man sich speziell darunter vorstellen?
Nun, wir verfügen über speziell ausgestattete Pflegeplätze für Patienten mit apallischem Syndrom beziehungsweise mit schweren neurologischen Schädigungen in der Rehabilitationsphase F. Wir haben da eine optimale Pflege, Therapie und Betreuung. Diese umfasst, um nur einige wenige Punkte zu nennen, beispielsweise die Sicherung einer biografieorientierten Pflege, das Erkennnen und den Ausbau der Patienten-Ressourcen, die optimal angepasste Versorgung mit allen benötigten und modernen Hilfsmitteln wie etwa Motomed, Maya Aufstehhilfe, Liftern, Weichlagerungsbetten oder auch Snoezelen, also das Entspannen und Ansprechen der Sinne in der Tiefe.

Was zeichnet das Haus Schleusberg ganz besonders aus?
Auf jeden Fall die Spezialisierung der eben aufgezählten Bereiche. Hier entwickeln wir einen permanenten Verbessungsprozess. Ein ganz wesentlicher Vorteil ist aber auch die Tatsache, dass wir ein Familienunternehmen sind. Das heißt, wir haben kurze Wege und ich bekomme sehr schnell die wichtigen Entscheidungen. Herr Kuhrt denkt dabei absolut fortschrittlich und investiert bei Bedarf sofort. Um aber auch noch ein paar andere Bereiche aufzuzählen, die jeder in Neumünster nutzen kann und auf die wir stolz sind, möchte ich zum Beispiel einmal das therapeutische Baden für Jedermann, unser Essen auf Rädern oder den Mittagstisch für Jedermann erwähnen.

Können Sie das näher ausführen?
Sehr gerne. Bei dem therapeutischen Baden holen wir Sie morgens zu Hause ab, unsere Therapeuten baden Sie und danach gibt es dann noch ein Frühstück bei uns, das alles für nur 10 Euro. Unser Mittagstisch beinhaltet für 4,10 Euro ein Hauptgericht mit Nachtisch und ein alkoholfreies Getränk. Dabei stehen zwei Menüs zur Auswahl und selbstverständlich ist auch ein Menü Schonkost und Diät geeignet. Zusätzlich bringen wir Ihnen für einen Aufpreis von einem Euro das Essen auch nach Hause.

Das hört sich alles so an, als ob Sie seit der Übernahme vor einem guten Jahr schon sehr viel erreicht haben?
Ich glaube, das kann ich mit gutem Gewissen mit Ja beantworten. Das Haus hatte eine Phase der Tiefs zu überwinden. Als Einrichtungsleiter musste ich unbedingt die Pflege im Auge behalten. Die Qualität der Pflege muss im Vordergrund stehen, das Pflegemanagement muss stimmen. Das ist die Basis für meine tägliche Arbeit. Die Pflegezahlen stimmten bei der Übernahme natürlich nicht. Da hatten wir einiges an Boden verloren. Ich hatte persönlich das Ziel, alles step by step zu realisieren. Unter anderem wollte ich die Belegung monatlich um jeweils fünf Betten steigern. Das ist mir bis jetzt gelungen – ich habe bei 160 Bettten begonnen und liege jetzt bei 210. Das alles habe ich natürlich nur zusammen mit meinen Mitarbeitern erreicht.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Gegenfrage: Wie viel Platz haben Sie für mich? Nein, im Ernst: Ich möchte das beste Haus am Platz werden. Um das Ziel zu erreichen, müssen wir noch unglaublich viel leisten. Was ich zwingend umsetzen möchte, ist eine elitäre Pflegequalität. Wir werden aber auch die Mitarbeiterschulung erheblich ausbauen und das Qualitätsmanagement weiter verbessern.

Wie beurteilen Sie den Standort Neumünster?
Nun, Neumünster ist schon ganz speziell und vom Klientel her sicherlich nicht der einfachste Standort. Durch die hohe Dichte von Pflegeeinrichtungen ist es hier nicht leicht. Man muss sich schon durchsetzen. Lassen Sie mich aber auch erwähnen, dass Neumünster dringend mehr Fachärzte, insbesondere Neurologen benötigt.

Zum Abschluss, wie immer bei dem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin: Gibt es einen persönlichen Wunsch?
Oh ja, da gibt es sogar zwei: Zum einen wünsche ich mir, dass ich mit meiner Freundin glücklich und gesund bleibe und zum anderen möchte ich, dass das Haus Schleusberg das beste Pflegeheim Schleswig- Holsteins wird.

B2B NORD „Wir wollen das beste Pflegeheim werden“
Senioren-Pflegeheim Haus Schleusberg GmbH
Senioren-Pflegeheim Haus Schleusberg GmbH
Schützenstraße 2-8
24534 Neumünster
Tel.: 04321 / 4905-0
info (at) seniorenpflegeheim-haus-schleusberg.de
www.haus-schleusberg.de
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