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Digitalisierung treibt Logistik
B2B NORD | WirtschaftsDialog Fachforum Logistik

Digitalisierung treibt Logistik

Hamburg (fg/kv) Am Tag der Logistik stand im Fachforum Logistik, gemeinsam veranstaltet von der SVG-Hamburg und der Logistik Initiative Schleswig-Holstein, die Digitalisierung in der Logistik im Fokus. Im WirtschaftsDialog diskutierten Georg Frischmuth (Solcon Systemtechnik GmbH), Friederike Geyer (Lufthansa Industry Solutions AS GmbH), Ernst Kreppenhofer (sentiero logistiq), Michael Rau (SVG-Hamburg eG), Ulrich Schmidt (Id-netsolutions GmbH) und Hans Stapelfeldt (VSH e.V.) den Status Quo und die Zukunft der Digitalisierung in der Logistik. Moderator Jan Winter wollte von den Beteiligten wissen, wo stehen die deutschen Unternehmen derzeit beim Thema Digitalisierung und welches werden die nächsten Schritte sein. Dabei hinterfragte er auch wer die Standards bestimmt und welches die wichtigste Aufgabe ist, die es zeitnah anzugehen gilt.

Hans Stapelfeldt erklärte, dass es die Hauptaufgabe der Verbände ist, den Mitgliedsunternehmen beizubringen, wie sie mit Digitalisierung ihre Ziele erreichen. Man muss Tabus brechen und die Vielfalt der Möglichkeiten neu entdecken. Die Logistikbranche muss eine neue Belebung erfahren. Als Beispiel führte er das amerikanische System der Frachtbörsen an. Hier können die Spediteure jederzeit in die Cloud gehen und prüfen, ob noch etwas in der Nähe eines leeren LKW zu transportieren ist. Auf diese Weise würden die Spediteure eine wesentliche bessere Auslastung erzielen und Leerfahrten vermeiden. Auch die Umwelt würde von weniger Emissionen durch Vermeidung unnötiger Leerfahrten profitieren. Hier bestehe ein großer Markt.

Hans Stapelfeldt sieht keinen Preiskampf sondern eine wesentlich höhere Effektivität auf der Straße. Damit würde man neben der besseren Auslastung der LKW auch vielen Problemen wie z.B. der Problematik entgegensteuern, dass es weniger Fahrer gibt. Schlussendlich bedeutet eine bessere Auslastung von LKW auch eine Steigerung der Margen. Leider scheint in Deutschland die Zeit für dieses Modell, das in den USA bereits so erfolgreich läuft, noch nicht reif.

Stapelfeldt brachte als Beispiel die erfolgreiche Implementierung einer Cloud im Hamburger Hafen. Hier müssen täglich acht- bis zwölftausend LKW abgefertigt werden. Die VSH hat zusammen mit HHLA, der HPA und DaKosey zunächst ein Programm eingeführt, zu dem sich alle LKW Fahrer anmelden mussten und hat dieses nach Ablauf einer Probezeit zur Pflicht gemacht. Seitdem ist die Cloud von den LKW Fahrern sehr gut angenommen und läuft erfolgreich. Es ist wichtig, dass Unternehmen und Verbände sich auf einheitliche Datensätze einigen. Nur dann ist ein Austausch innerhalb der Cloud möglich und jeder profitiert von der Optimierung seines Betriebes.

Michael Rau führte aus, dass der Mittelstand herausfinden muss, welches die Trends seien, auf die man setzen sollte. Jeder Unternehmer kann sich darauf einrichten, damit er dem Folge leisten kann. Für die SVG als Dienstleister im Aus- und Weiterbildungsbereich ist es wichtig den Fokus so zu setzen, dass sie ihre Kunden bei der weiteren Digitalisierung unterstützen kann. Die Straße muss unbedingt zum Wandel der Digitalisierung dazu gehören. Durch den Einsatz verschiedener Technologien und der Sensorik könnten beispielsweise längere Standzeiten vermieden werden. Wichtig ist es auf das richtige Pferd zu setzen, um den digitalen Wandel nicht zu verpassen.

Friederike Geyer machte deutlich, dass Digitalisierung nicht nur die Übertragung von Aufträgen auf Tablet oder Smartphone an die Fahrer bedeutet, sondern entscheidend für die Fortschreitung der Digitalisierung auch viele andere Projekte z. B. aus der Robotik oder Sensorik seien. Die Daten für die Digitalisierung kommen von überall. Beim „Internet of Things“ beispielsweise, wird auf Daten aus der Sensorik zugegriffen. Friederike Geyer erklärt auch, dass es technologisch nicht das „eine“ System gäbe. Außerdem kann man nicht pauschalisieren, welches System eingesetzt werden muss. Entscheidend sind die Bedürfnisse der Unternehmen und Mitarbeiter. Leider ist es jedoch oft der Fall, dass das Management die Digitalisierung will, die Mitarbeiter den Weg aber nicht mitgehen.

Georg Frischmuth führte aus wie wichtig Systeme sind, mit denen man den Warenfluss verfolgen kann sowohl in der Intralogistik als auch auf der Straße.

Mit diesen Systemen kann der Warenfluss dargestellt und aufgedeckt werden. Man sieht wo Engpässe sind und an welchen Stellen Kosten entstehen. Diese Systeme nutzen hierfür auch die Daten aus der Sensorik für die Lokalisation der Waren. Ideal ist es natürlich, wenn die Warenflussdaten über die gesamte Prozesskette dargestellt werden können. Leider ist es meistens noch so, dass es an den Toren einen Bruch gibt.

Tatsächlich liefern bereits viele Maschinenhersteller Daten an Google und nutzen diese, um Personen gezielt anzuleiten. In den USA ist das schon üblich. Google ist hier ein großer Player, der die Sensordaten bereits aus verschiedenen Clouds auswertet. So können z.B. Besucherströme in großen Einkaufszentren anhand von Daten über die Fahrstuhlnutzung dargestellt werden und ggfs. auch gelenkt werden. Aus Sicht von Frischmuth ist heute in der IT von Unternehmen nicht mehr die Technik am wichtigsten sondern die Implementierung der Lösungen in den Betrieb.

Ulrich Schmidt gab zu bedenken, dass gerade der Mittelstand weit entfernt ist von der Digitalisierung der Prozesse. Hier führte er als Beispiel das Eingangsrechnungsmanagement in Unternehmen an.

So bekommen Unternehmen Rechnungen als Pdf oder versenden diese, die dann aber von den Mitarbeitern doch wieder ausgedruckt und abgeheftet werden. Er wies darauf hin, dass Digitalisierung auch heißt seine Geschäftsmodelle zu überdenken und zu schauen, wo man mit seinen Mitarbeitern in fünf Jahren stehen will. Dabei ist es wichtig nicht alleine auf die Technik zu schauen, sondern auch die Mitarbeiter da abzuholen, wo sie stehen. Dafür ist eine ganzheitliche Sicht auf das Unternehmen wichtig. Einen Crosscheck seiner Unternehmenslage kann jeder durchführen, nur muss man daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

„Der Mittelstand der Logistik hat einiges aufzuholen“, so Ernst Kreppenhofer. Der Mittelstand der Logistik agiert sehr vorsichtig, was die Digitalisierung angeht. Viele sehen Digitalisierung nicht als Notwendigkeit, sondern warten regelrecht darauf von ihren Kunden dazu gezwungen zu werden.

Wer heute über Digitalisierung spricht, meint die Technologie. Doch Technologie ist entschieden zu wenig und nur ein Baustein. Insgesamt gibt es aus Sicht Kreppenhofers sechs Bausteine, die stimmen müssen, um die Transformation im Unternehmen zu schaffen. Dazu gehören auch die Unternehmenskultur, das Personal und die zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Laut Kreppenhofer gehört Deutschland bei der Digitalisierung in Europa zu den „Leading Nations“. International steht Deutschland jedoch hinter den USA zurück.

Ein Grund dafür sei auch das Geschäftsmodell der Amerikaner. Während Deutschland ein Ingenieursland ist, in dem alles prozessorientiert ist, agieren die amerikanischen Unternehmen nach dem Trial and Error Prinzip.

Ein weiterer Grund ist auch die geschlossene Homogenität des US-amerikanischen Marktes, wo hingegen Deutschland sich in einem heterogenen Markt bewegt.

Der WirtschaftsDialog Logistik machte deutlich, dass deutsche Unternehmen mutiger werden müssen. Firmen wie z.B. Amazon und Google sind derzeit meilenweit voraus.

Es muss Initiativen in der Logistik geben hier nach vorne zu kommen. Im Dialog wurde klar vor welchen Herausforderungen die deutschen Logistiker stehen.

Foto: Im WirtschaftsDialog diskutierten Michael Rau (SVG-Hamburg eG), Ulrich Schmidt (Id-netsolutions GmbH), Ernst Kreppenhofer (sentiero logistiq),
Friederike Geyer (Lufthansa Industry Solutions AS GmbH), Hans Stapelfeldt (VSH e.V. & J. Hans Stapelfeldt e.K.) und Georg Frischmuth
(Solcon Systemtechnik GmbH) den Status Quo und die mögliche Zukunft der Digitalisierung in der Logistik mit Moderator Jan Winter (Wirtschaftsredakteur,
Regenta Kommunikation).

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