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„Amazon weiß besser, was wir brauchen, als wir selbst“
B2B Wirtschaft | WirtschaftsDialog Gewerbeimmobilien

„Amazon weiß besser, was wir brauchen, als wir selbst“

Hamburg (fg/kv) Traditionell lud das NORDGATE im Fachforum GewerbeImmobilien auf der 12. B2B NORD zum WirtschaftsDialog. Im Fokus des Fachforums stand bei dieser Ausgabe das Thema eCommerce. Gemeinsam beleuchteten Dr. C. Huber, Würth Phoenix Srl, Thomas Resech, DHL und Andreas Voswinckel, LIMAL GmbH, wie eCommerce unser Leben verändert.

„Jeder nutzt eCommerce Applikationen“, erklärte Dr. C. Huber, Vertriebsleiter Deutschland von Würth Phoenix Srl. „Die Prozessorleistung verdoppelt sich ca. alle 18 Monate. Dadurch entstehen enorme Datenmengen, die zu verarbeiten sind. Für Softwarehersteller, die in dem Umfeld tätig sind, ist es eine große Herausforderung leistungsfähige Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um dieser Datenflut zu begegnen sowie die Managebarkeit von komplexen IT Infrastrukturen sicherzustellen.“

„eCommerce hat sich insofern verändert, als dass der Handel sich komplett verändert hat“, führte Andreas Voswinkel, Gründer und Geschäftsführer der LIMAL GmbH aus: „Der stationäre Handel ist alles andere als tot. Die große Herausforderung ist es sich dem eCommerce zu stellen. Dabei muss man sich entweder differenzieren oder mit eCommerce etwas gemeinsam machen. Ich glaube wir sind heute schon in einer Zeit, wo eCommerce unseren Alltag bestimmt. eCommerce ist ‚convenient’ geworden. Das Thema AI (künstliche Intelligenz) wird im eCommerce in den nächsten Jahren eine Riesenrevolution für uns bereitstellen. Wir werden dazu kommen, dass Amazon uns Ware liefert, die wir noch gar nicht bestellt haben. Weil Amazon besser weiß, was wir brauchen, als wir selbst.“

„Ländliche, stationäre Händler werden es in Zukunft sehr schwer haben, einmal durch die Verbesserung der Zustellmöglichkeiten der Paketdienstleister, zum anderen durch den steigenden Vertrieb von Lebensmitteln im eCommerce. Beim Einkaufen wird in Zukunft weniger das Besorgen von Artikeln, sondern das Erlebnis im stationären Handel wichtig werden. Dies wird in Großstädten, wie zum Beispiel der Hamburger Innenstadt, bereits gelebt. Einkaufen muss im stationären Handel ein Erlebnis sein.“

Thomas Resech, Vertriebsleiter DHL, wies darauf hin, dass man die Retouren dabei kritisch betrachten muss. Dabei können nicht alle Warengruppen über einen Kamm geschoren werden. „Es gibt Geschäftsbereiche wie zum Beispiel Bekleidung, wo die Retourenrate traditionell hoch ist. Bei Lebensmitteln ist dies allein schon aufgrund der Mindesthaltbarkeit nicht möglich. Retouren sind immer eine Herausforderung, denn sie dürfen nicht zu hoch werden, um wirtschaftlich handeln zu können.“

Die Teilnehmer diskutierten kritisch, ob ein Produkt unbedingt am selben Tag geliefert werden muss. „Der Markt und die Nachfrage für „same day delivery“ sind da, wenn er auch nicht so stark nachgefragt ist wie in anderen Ländern“, erklärte Thomas Resech. „Es kommt auch hier wieder sehr auf die Warengruppen an. Man darf nicht außer Acht lassen, dass der Markt dafür zwar vorhanden ist, aber die Rahmenbedingungen, wie eine ausreichende Infrastruktur, jedoch noch nicht.“

Dr. C. Huber ging auf die Frage ein, ob die heutigen ERP- und CRM-Programme schneller geworden sind. „Unsere Welt ist schnelllebiger geworden. Dabei sind es gar nicht die Verbraucher, die eine so schnelle Reaktion der Prozesse fordern, sondern eher Applikationen und Anforderungen, z.B. aus dem medizinischen Bereich. Hier müssen Anforderungen oft enorme Bedingungen in der Auslieferung einhalten, da von ihnen eventuell sogar Leben abhängt. Das bringt natürlich eine enorme Herausforderung, aber nicht nur für die IT und die Prozesse in der IT. Im Endeffekt ist es der Stau auf der Straße, der den Engpass für die Auslieferung darstellt.“

Andreas Voswinkel hält eine noch schnellere Auslieferung nicht für einen Garant für den Erfolg im eCommerce. „Wenn DHL Waren bis 17 Uhr abholt, haben wir bereits heute eine 94%ige Garantie einer Zustellung am Folgetag. Das ist sehr gut, damit sind alle sehr zufrieden“, so Andreas Vosswinkel. Er hält den Ansatz für wichtig, nicht noch schneller, sondern zuverlässiger in der Zulieferung der Artikel zu werden.

Dabei ist laut Thomas Resech die letzte Meile am wichtigsten für eine präzise Lieferung. „Wir stehen manchmal vor Herausforderungen, dass der eine oder andere Kunde nicht genau weiß, wo er wohnt. Aber auch die neuen Datenschutzgesetze, die dazu führen, dass darüber diskutiert wird, keine Namen mehr, sondern nur noch Nummern an den Klingelschildern anzubringen, stellen eine Herausforderung dar. Manchmal steht man aber auch vor Häusern und kann nicht ausliefern, weil der Empfänger im Bestellverfahren vergessen hat, seine Hausnummer anzugeben. Deshalb ist es essentiell, dass im Bestellvorgang anhand von Prüfmechanismen sichergestellt wird, dass alle relevanten Daten für eine zuverlässige Zulieferung abgefragt werden.“

Bei der Frage, wo eCommerce in 10 Jahren stehen wird, betrachtet es Dr. C. Huber als schwierig, exakte Prognosen abzugeben. Er geht davon aus, dass sich die Entwicklung der letzten 10 Jahre fortsetzen wird. „Die Lieferung durch Drohnen wird weiter Thema sein und für das Thema Fahrermangel könnte es z.B. eine Lösung durch Platooning geben.“ Andreas Voswinkel brachte es auf den Punkt. „In zehn Jahren steige ich morgens in mein Auto. Am Vorabend habe ich mir im Internet eine Jeans angeschaut. Mein Auto wird mir vorschlagen: ‚Andreas du hast dir gestern eine Jeans im Internet angeschaut. Soll ich die jetzt für dich kaufen? Alternativ fährst du in 1,5 km an einem Laden vorbei, in dem du die Jeans anprobieren kannst”.

www.nordgate.de

Foto: Von links: Dr. C. Huber (WürthPhoenix Srl), Thomas Resech (DHL), Andreas Vosswinckel (LIMAL GmbH) und Moderator Jan Winter (Regenta Verlag) diskutierten zum Thema „Wie eCommerce unser Leben verändert hat“.

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