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Ab 2028 geht das Licht im Tunnel an ... vielleicht?!
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Ab 2028 geht das Licht im Tunnel an ... vielleicht?!

Fehmarn (jhw/kv) Großprojekte in Deutschland haben in den letzten Jahren keine positiven Beispiele für deutsche Genauigkeit und Planung geliefert. Immer wieder gab es Verzögerungen mit der Eröffnung und unkalkulierbare Preissteigerungen. Die Hamburger Elbphilharmonie, der Berliner Hauptstadtflughafen, die A 20 oder Stuttgart 21 um nur einige Beispiele zu nennen. „Die Vision von der schnellsten Verbindung zwischen Skandinavien und Deutschland wird am Fehmarnbelt Realität. Unter dem Meer ist ein 18 Kilometer langer Tunnel für Schiene und Straße geplant. Eine neue Region in Europa entsteht.“

So ist es auf der Webseite von femern.com zu lesen. B2B NORD hat Ajs Dam, Deputy Project Director bei Femern AS zum aktuellen Stand der Planungen und den aktuellen Fakten beim Fehmarnbelt-Tunnel-Bau befragt.

Herr Dam, wann fährt das erste Auto durch den Fehmarnbelt-Tunnel?
Die Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels ist abhängig vom weiteren Verlauf des deutschen Genehmigungsverfahrens. Wir gehen momentan davon aus, dass der Fehmarnbelt- Tunnel 2028 eröffnet.

Wer hatte die Idee zum Fehmarnbelt-Tunnel?
Die erste Idee für eine direkte Verkehrsverbindung über den Fehmarnbelt hatte der holsteinische Ingenieur und Landvermesser Gustav Kröhnke im Jahr 1863. 100 Jahre später wurde die Fehmarnsundbrücke zwischen der Insel Fehmarn und dem deutschen Festland eröffnet und die ersten Fähren fuhren über den Fehmarnbelt von Rødbyhavn nach Puttgarden.

Konkret wurden die Pläne für eine feste Fehmarnbeltquerung zum ersten Mal im Vertrag über den Bau der Öresundverbindung von 1991, in dem sich Dänemark verpflichtet, Möglichkeiten für eine feste Fehmarnbeltquerung zu prüfen. Im September 2008 unterschrieben Deutschland und Dänemark einen Staatsvertrag über den Bau der festen Fehmarnbeltquerung zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland. Welche Vision steckt hinter dem Tunnelprojekt? Die Vision hinter dem Fehmarnbelt-Tunnel ist eine direkte, einfache und schnelle Verbindung zwischen Skandinavien und Deutschland. Die neue Verbindung schafft bessere Transportmöglichkeiten mit höherer Kapazität, größerer Flexibilität und wichtigen Zeiteinsparungen. Der Fehmarnbelt- Tunnel wird zum Schlüssel für eine wohlhabende und grenzüberschreitende neue Region. Er wird zentraler Baustein für ein zusammenhängendes und effektives europäisches Verkehrsnetz, das den Norden und Süden, Osten und Westen unseres Kontinents verbindet.

Warum ein Tunnel und keine Brücke?
Ein Absenktunnel bietet gegenüber einer Brücke eine Reihe von Vorteilen: Er beeinträchtigt den Wasseraustausch im Fehmarnbelt nicht, er behindert den Schiffsverkehr nicht und er ist rund um die Uhr befahrbar, unabhängig von Wind- und Wetterverhältnissen. Eine Brücke hätte dauerhafte Auswirkungen auf verschiedene Zug- und Rastvogelarten und würde auch ein Kollisionsrisiko für den Schiffsverkehr mit sich bringen. Verglichen mit einer Brücke entstehen durch den Absenktunnel keine permanenten Naturund Umweltbeeinträchtigungen.

Welche weiteren Baumaßnahmen wird es neben dem Tunnelbau geben müssen?
Der Absenktunnel wird aus 89 Tunnelelementen bestehen, die in einer Tunnelelementfabrik in Rødbyhavn auf dem dänischen Festland produziert werden. Zudem werden auf der dänischen Baustelle auch Aushubund Einbauarbeiten in Verbindung mit den Tunnelportalen sowie Anbindungsarbeiten der Tunnelportale an das vorhandene Straßen- und Eisenbahnnetz durchgeführt. Für den Baustellentransport werden auf Lolland und Fehmarn Arbeitshäfen eingerichtet. Der für den Tunnelgraben ausgehobene Meeresboden wird für die Aufschüttung von Landgewinnungsflächen verwendet. Dies geschieht vor allem an Lollands Südküste, wo auf ca. 300 Hektar neue Erholungs- und Naturflächen entstehen. Auf Fehmarn ist östlich des Fährhafens Puttgarden eine ca. 15 Hektar große Fläche vorgesehen.

Warum wurde die Trassenführung gerade via Fehmarn gewählt?
Dänemark und Deutschland haben im Staatsvertrag über die Errichtung einer festen Fehmarnbeltquerung festgelegt, dass die Trassenführung zwischen Rødbyhavn auf der dänischen Insel Lolland und Puttgarden auf der deutschen Insel Fehmarn verlaufen soll. Dies ist die kürzeste Verbindung über den Fehmarnbelt.

Wird es eine neue Fehmarnsund Brücke geben?
Der Aus- bzw. Neubau der Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem deutschen Festland verbindet, ist nicht Teil des deutsch-dänischen Staatsvertrages zum Bau einer festen Fehmarnbeltquerung von 2008. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass die Brücke dem zusätzlichen Verkehr nach Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels nicht gewachsen sein wird. Daher verständigen sich die Deutsche Bahn, das Land Schleswig- Holstein und der Bund derzeit über eine neue Querung des Fehmarnsunds. Mehrere Verbindungsoptionen, darunter unterschiedliche Kombinationen von Brücken und Tunneln befinden sich gerade in der Vorprüfung. Eine neue Fehmarnsundquerung soll bis 2028 entstehen. Im gerade verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan 2030 sind dafür bereits Mittel vorgesehen.

Wann ist Baubeginn?
Der Baubeginn des Fehmarnbelt-Tunnels ist abhängig vom weiteren Verlauf des deutschen Genehmigungsverfahrens. Wir gehen momentan davon aus, dass 2020 mit dem Bau begonnen werden kann.

Mit welcher Bauzeit wird gerechnet?
Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels wird achteinhalb Jahre dauern.

Was wird der Tunnel kosten?
Der Fehmarnbelt-Tunnel soll ca. 7,1 Milliarden Euro (Preisstand 2015) kosten.

Was wird der Bau der weiteren Infrastruktur zum Tunnel kosten?
Der Bau der Schienenanbindung zum Fehmarnbelt- Tunnel ist im Bundesverkehrswegeplan mit ca. 1,5 Mrd. Euro, der Bau der Straßenanbindung mit ca. 0,3 Mrd. Euro berücksichtigt. Beide Beträge enthalten auch Kosten für eine neue Fehmarnsundquerung. Der Bau der dänischen Schienenanbindung soll 1,3 Mrd. Euro kosten.

Wie wird der Tunnelbau finanziert?
Der Fehmarnbelt-Tunnel wird von den späteren Nutzern bezahlt. Um den Tunnel zu planen und zu bauen, nimmt Femern A/S Darlehen am internationalen Finanzmarkt auf, für die der dänische Staat als Eigentümer bürgt. Dank der Staatsgarantien können wir die Darlehen zu sehr günstigen Konditionen aufnehmen. Darüber hinaus erhalten wir Zuschüsse von der EU. Die Darlehen zahlen wir dadurch zurück, dass wir auf die spätere Nutzung des Tunnels Gebühren erheben. Mit dem Fehmarnbelt-Tunnel finanzieren wir auch den Ausbau der dänischen Schienenund Straßenanbindung. Das Modell wurde bereits erfolgreich bei den beiden Verbindungen über den Großen Belt und über den Öresund eingesetzt.

Was wird eine Tunneldurchfahrt mit dem PKW kosten?
Das dänische Parlament entscheidet über die Höhe der Preise für eine Autofahrt. In der Finanzanalyse 2016 wird von einem durchschnittlichen Preis von 66 Euro für Pkws und 281 Euro für Lkws (beide inkl. MwSt.) ausgegangen.

Wie wird sichergestellt, dass es nicht, wie bei vielen vergangen Großbaustellen, zur Kostenexplosion kommt?
Das Baubudget des Fehmarnbelt-Tunnels beträgt 7,1 Mrd. Euro und ist sehr belastbar, da es bereits 1 Mrd. Euro an Reserven enthält und auf den Preisen der 2015 unterzeichneten Hauptbauverträge basiert.

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