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„Wir sind ein sehr lebendiges Haus“
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„Wir sind ein sehr lebendiges Haus“

Uetersen (ml) Jedem ist bewusst, dass er irgendwann eintreten wird und doch scheut sich fast jeder, sich mit dem Thema Tod auseinander zu setzen. Für Menschen, die sich für den Beruf des Bestatters entschieden haben, erfolgt diese Auseinandersetzung täglich. Einer dieser Menschen ist Oliver Gimball. Ihn und seine Ehefrau Nadine wollen wir in unserem Wirtschaftsmagazin heute einmal vorstellen.

Herr Gimball, seit wann gibt es Ihr Unternehmen?

Oliver Gimball: Nun, da können wir in Bezug auf den Gründer weit zurückblicken. Erstmals erwähnt wird das Unternehmen Bestattungen Tellkamp etwa um das Jahr 1800 herum. Wir selber haben das Geschäft 2006 übernommen.

Wie kamen Sie zu diesem Beruf?

Oliver Gimball: Das ist bei uns Familientradition. Ich komme aus dem Bestattungsgewerbe. Ich wurde bereits als Kind und Jugendlicher mit dem Thema Tod konfrontiert. Ich habe da sehr viel von meinem Vater gelernt, letztlich bin ich dadurch für diese Aufgabe geprägt worden und wie sich die Chance bot, hier in Uetersen dieses Geschäft zu übernehmen, haben meine Frau und ich uns darauf gefreut. Heute versuchen wir das, was einmal Tellkamp Bestattungen ausgemacht hat, mit unseren Ideen zu verbinden.

Was sind das für neue Ideen?

Oliver Gimball: Ach wissen Sie, unser gemeinsames Ziel ist es, den Trauernden den Weg ein bisschen zu erleichtern. Ein Todesfall ist für jeden Einzelnen sowie für jede Familie natürlich erst einmal eine persönliche Katastrophe, man ist also sowieso in einer unglaublich tiefen Traurigkeit. Da müssen wir nicht noch zusätzlich dieses Gefühl verstärken. Selbstverständlich begegnen wir dem Thema mit großem Respekt. Im Umgang mit den Trauernden wollen wir ihnen aber auch helfen, wieder ein bisschen den Schritt ins Leben zurückzufinden.

Und wie gelingt Ihnen das?

Oliver Gimball: Nun, auch wenn es sich im ersten Moment ein wenig befremdlich anhört: Wir sind ein sehr lebendiges Haus und das ganz bewusst. Aus diesem Grund wollen wir auch, wenn die Familie dies wünscht, auf unseren Trauerfeiern das ganze Leben des Verstorbenen mit einbeziehen. Das heißt, wir fragen im Beratungsgespräch nach, was dem Verstorbenen in seinem Leben ganz besonders wichtig war, welches Hobby er zum Beispiel hatte. Die Gestaltung der Trauerfeier richtet dann meine Frau nach diesen Vorschlägen aus.

Frau Gimball, können Sie uns da Beispiele nennen?

Nadine Gimball: Das tue ich sehr gerne. Wir hatten zum Beispiel einen Verstorbenen, der Zeit seines Lebens ein ganz großer St. Pauli- Fan war. In Absprache mit seiner Familie haben wir die Trauerfeier dann mit einer Vielzahl von St. Pauli-Accessiores ausgestattet. Und auf dem Sarg lag kein Blumengebinde sondern natürlich eine St. Pauli-Flagge. Für einen anderen Verstorbenen war sein ganzes Leben von der Begeisterung für seinen Garten und seine Obstbäume geprägt. Selbstverstandlich habe ich dann die Raumgestaltung an einen Garten erinnern lassen. Zu der Jahreszeit war es allerdings sehr schwer einen Apfelbaum mit tragenden Früchten zu bekommen. Aber nach langer Recherche ist uns das auch gelungen.

Welche neuen Ideen haben Sie noch verwirklicht?

Nadine Gimball: Besonders erfreut sind wir über die ausgesprochen gute Resonanz auf unser Trauercafe. Dies bieten wir, soweit wir wissen, als einziges Bestattungsunternehmen im Kreis Pinneberg an.

Was muss man sich darunter vorstellen?

Nadine Gimball: Nun, wir bieten den Trauernden in unseren Räumen im Rahmen eines Trauercafes die Möglichkeit, sich mit anderen Trauernden in Gesprächen auszutauschen. Wenn Sie so wollen, ist dies eine Art Selbsthilfegruppe, die sich bei uns trifft. Professionell unterstützt wird dieses Treffen durch eine ausgebildete Trauerbegleiterin, die hier mit Rat und Tat zur Seite steht. Dieses Trauercafe kann jeder besuchen, unabhängig davon, ob er bei uns seine Trauerfeier ausgerichtet hat oder nicht. Die Veranstaltung ist selbstverständlich kostenlos.

Wie gehen Sie selber mit der täglichen Konfrontation mit der Trauer um?

Nadine Gimball: Wie schon gesagt, wir sind ein lebendiges Haus und ein Familienbetrieb, zu dem auch unser Auszubildender, der gerade seine Prüfung bestanden hat und von uns übernommen wird, gehört. Natürlich gibt es den Bestatter Gimball und die Privatperson und selbstverständlich steckt hinter jedem Todesfall auch eine Geschichte. Aber wir reden in der Familie darüber und helfen uns damit dann auch, besonders schwere Ereignisse wie beispielsweise einen Kindstod zu verarbeiten. Unsere Aufgabe sehen wir aber besonders darin, für die Angehörigen eine – lassen Sie mich das ruhig so sagen – besonders schöne Trauerfeier auszurichten. Und da erhalten wir zu fast 100 Prozent ein positives Feedback. Darüber freuen wir uns und das hilft wiederum die tägliche Auseinandersetzung mit der Trauer zu meistern.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation und wie sehen Sie Ihre zukünftige Entwicklung?


Oliver Gimball: Alles in allem sind wir mit der Entwicklung hier in Uetersen sehr zufrieden. Die Zukunft sehe ich ein bischen kritischer, weil sich viele Menschen nicht mit dem Tod auseinandersetzen, was leider dazu führen wird, dass wir immer mehr Sozialbestattungen haben werden. Für uns selbst sehe ich die Zukunft aber positiv, weil wir uns bemühen, eine gute Arbeit zu machen und das hat sich schon immer ausgezahlt. Das spiegeln auch die Ergebnisse unser anonymen Kundenumfragen wieder.

Zum Schluss – gibt es einen persönlichen Wunsch?

Oliver Gimball: Ich möchte, dass mein Leben so wie es jetzt ist - mit meiner Frau und unseren drei Kindern - so bleibt wie es ist. Dann wäre ich glücklich.

B2B NORD „Wir sind ein sehr lebendiges Haus“
Bestattung Tellkamp
Bestattungen Hermann Tellkamp
Großer Wulfhagen 26
25436 Uetersen
Tel.: 04122 / 18 18
info (at) tellkamp-bestattungen.de
www.tellkamp-bestattungen.de
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