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Alle Mitarbeiter erreichen, nicht nur die 10 Prozent
B2B Wirtschaft | Dr. Dr. Michael Despeghel

Alle Mitarbeiter erreichen, nicht nur die 10 Prozent

B2B NORD Alle Mitarbeiter erreichen, nicht nur die 10 Prozent
Konstanz (em/ab) Bei den heute üblichen, schlanken Personalstrukturen kann es sich kein Unternehmen leisten, Führungskräfte und Mitarbeiter mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit zu beschäftigen oder hohe, krankheitsbedingte Fehlzeiten aufzuweisen. Gesundheitsprävention ist deswegen eine strategische Personalaufgabe. Schließlich sind die Mitarbeiter einer der wichtigsten Faktoren, um im Wettbewerb die Nase vorn zu haben. Und gesunde Mitarbeiter sind nun mal die besseren Mitarbeiter. Selbst im „war for talent“ haben die Betriebe bessere Karten, die sich für die Gesundheit und das Wohlempfinden ihrer Mitarbeiter einsetzen. Denn sie tun sich leichter, qualifizierte Mitarbeiter zu binden und neue zu gewinnen.

Ein professionelles betriebliches Gesundheitsmanagement zu etablieren, steht daher zu Recht bei immer mehr Unternehmen auf der Agenda. Das Problem: Mithilfe der gern als vorbildlich dargestellten Checkup-Angebote, Gesundheitsförderungskurse, Betriebssportgruppen, Nichtraucherseminare, Präventionskampagnen und vielen mehr, lassen sich in der Regel maximal zehn Prozent der Belegschaft aktivieren. Diese Quote ist nicht nur sehr gering, es werden zudem die Falschen erreicht, nämlich diejenigen, die ohnedies fit und sich der Notwendigkeit eines gesunden Lebensstils bewusst sind.

Gesundheitsfördernde Effekte
Der Verbesserungshebel sollte daher an zwei Stellen ansetzen. Erstens bei einer mitarbeiterorientierteren Führung. So belegen etwa Forschungsarbeiten der Experten für Arbeitsgestaltung an der Bergischen Universität Wuppertal, dass das Muskel-Skelett-, das Magen- Darm- sowie das Herz-Kreislauf-System negativ beeinflusst werden sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen oder Kopfschmerzen zunehmen, wenn das Führungsverhalten der Chefs mangelhaft ist. Zweitens bedarf es innovativer, niedrig schwelliger Gesundheitsförderungsmaßnahmen, die niemanden überfordern und sukzessive zu einem optimierten, gesundheitsbewussten Lebensstil führen. Selbst in kleinen Unternehmen, die häufig niemanden haben, der sich darum kümmert, das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz zu etablieren, lassen sich auf einfache Weise enorme gesundheitsfördernde Effekte bewirken. Das zeigen etwa Projekte der Biologischen Heilmittel Heel GmbH in Baden-Os oder der EON Energie AG. Wichtig ist es, dass die Geschäftsführung eines Unternehmens die Ziele und Maßnahmen des Gesundheitsmanagements unterstützt und mitträgt. Um in der Kantine gesundes Essen anzubieten, ist dies vielleicht nicht erforderlich. Für ein strategisches Vorgehen bei einem Gesundheitsmanagement, das das Gros der Mitarbeiter einbezieht, ist es indes unabdingbar. Intern muss jemand das Gesundheitsmanagement promoten, dann gilt es, die Mitarbeiter zu sensibilisieren, da Gesundheit erst einmal etwas Persönliches ist. Entscheidend für den Erfolg von Gesundheitsmanagement- Programmen ist, dass alle Empfehlungen sich mit wenig Aufwand und auch von Menschen mit wenig Zeit durchführen lassen. Selbst Bewegungsmuffeln oder Fastfoodliebhabern muss es leicht fallen, ihr persönliches Gesundheitsprogramm einzuhalten.

2 plus 2 und 4
Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang das so genannte „2 plus 2 und 4“-Konzept. Denn selbst bei Zeitknappheit lassen sich die Empfehlungen dieses Minimalprogrammes ohne viel Aufwand in den normalen Alltag integrieren. Damit ist auch die Voraussetzung gegeben, dass die Übungen und Handlungsanleitungen dauerhaft beibehalten und umgesetzt werden. Das „2 plus 2 und 4“-Konzept basiert auf Studien, wie der Einzelne mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel für seine Gesundheit erreichen kann. Es besteht aus wöchentlich zwei Einheiten Ausdauersport plus zwei Einheiten Krafttraining und vier Tagen gesunde Ernährung. Das reicht, um sehr schnell fitter und leistungsfähiger zu werden. Untersuchungen unter anderem der Deutschen Sporthochschule und aus Projekten mit Kunden belegen die dauerhaften Effekte. Die Teilnehmer werden fitter und steigern ihre Lebensqualität. Der Arbeitgeber hingegen profitiert von sinkenden Gesundheitskosten, reduzierter Fehlzeitenquote und leistungsfähigeren Mitarbeitern, die den gestiegenen beruflichen Belastungen besser standhalten. Checkliste: Worauf es beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ankommt:

1. Legen Sie die Projektverantwortung beim Gesundheitsmanagement fest.

2. Bestimmen Sie für jede Maßnahme und Initiative, zum Beispiel Reduzierung der Fehlzeiten, eindeutige Ziele.

3. Sensibilisieren Sie Ihre Belegschaft durch Motivationsvorträge für das Thema Gesundheitsprävention und sorgen Sie für das erforderliche Commitment.

4. Veranstalten Sie Seminare, die den Fitnessund Vitalstatus des Personals verbessern.

5. Für Arbeitsplatzanalysen eignen sich sogenannte „Screening-Programme“.

6. Prüfen Sie, welche Maßnahmen auf Organisationsebene dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen zu optimieren.

7. Nutzen Sie geeignete Kommunikationsmittel, um die Gesundheitsthematik immer wieder bewusst zu machen.

8. Evaluieren Sie die Ergebnisse Ihrer Maßnahmen.
Weitere Infos: www.despeghel-partner.de

Foto: Dr. Dr. Michael Despeghel ist Speaker und Referent zu Fitness-, Präventions- und Gesundheitsthemen. Er ist Autor von 23 Büchern, die in elf Sprachen übersetzt wurden. Leitete Studien und Promotionen an der Deutschen Sporthochschule Köln und der Justus-Liebig- Universität Gießen. Er gab 1.000 Vorträge vor mehr als einer viertel Million begeisterter Zuhörer und hielt Vorlesungen an europäischen Universitäten sowie Gastdozent am Institut für Sportmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen.
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