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Revolte in der Arbeitswelt!
B2B Wirtschaft | Isabelle Müller

Revolte in der Arbeitswelt!

B2B NORD Revolte in der Arbeitswelt!
Hamburg (em/lr) Über die „Generation Y“ wird aktuell viel geschrieben und diskutiert. Oft gehen die Beschreibungen dabei kaum über einfache Klischees und Vorurteile hinaus; und auch Diskussionen drehen sich häufig nur um die Wohlfühlatmosphäre mit Obstkörben und Kickern, die die „Generation Y“ angeblich zum Arbeiten braucht. Das ist schade, denn eigentlich geht es um etwas ganz anderes: nämlich um inhaltliche Veränderungen für sinnhaftes und selbstbestimmtes Arbeiten – und davon können nicht nur junge Arbeitnehmer profitieren.

Doch fangen wir mal vorne an: Wer ist das eigentlich, diese „Generation Y“? „Erfunden“ wurde diese Bezeichnung von Sozialwissenschaftlern. Sie beschreiben damit diejenigen, die in den 80er Jahren aufgewachsen sind und damit der „Generation X“ und den „Babyboomern“ folgen. Allerdings: Der Generationenbegriff meint nicht nur Angehörige ganz bestimmter Jahrgänge. Vielmehr dient er dazu, gemeinsame Werte zu erfassen. Auch wer Anfang der 70er geboren ist, kann also aufgrund seiner Weltanschauung der „Generation Y“, die auch „Millenials“ genannt werden, angehören; ebenso kann ein Mitte der 80er Jahre Geborener eher die Werte der „Babyboomer“ vertreten.

Werte als Orientierung
Aufgewachsen in einer Welt, in der globale Vernetzung und technologische Möglichkeiten immer mehr zunehmen, streben „Millenials“ nach Abwechslung, (kultureller) Vielfalt und Selbstverwirklichung. Freiheit, Unabhängigkeit und Offenheit sind ihnen ebenso wichtig wie Nachhaltigkeit und Sinnstiftung. Insbesondere im Arbeitsleben wollen sie sich weiterentwickeln, teilhaben und gestalten. Von potentiellen Arbeitgebern erwarten sie daher, neben anspruchsvollen Aufgaben und flexiblen Arbeitszeiten, vor allem wertschätzende Unterstützung, transparente Aufstiegsoptionen und die Möglichkeit der Selbstbestimmung in der Arbeit. Das sind die Werte, die man der „Generation Y“ gemeinhin zuschreibt. Es gibt aber auch „Millenials“, die genau das Gegenteil wollen: Eine zielgerichtete und hierarchisch durchorganisierte Arbeit, in der sie „Dienst nach Vorschrift“ machen. Wie in jeder Generation gibt es Individuen, die vom häufig dargestellten Bild abweichen – es hatten ja auch 1968 nicht alle Hippies Blumen im Haar. Egal welche Werte die Individuen aber verfolgen, fest steht: In einer Zeit, die den Menschen schier unendliche Möglichkeiten bietet ihr Leben zu gestalten, geben die Werte Halt und Orientierung – genau wie auch gesellschaftliche Werte, die dem Zusammenleben in einem Kulturkreis einen Rahmen geben. Deshalb hilft es, die „Generation Y“ mit ihren Werten und Forderungen als Kultur zu verstehen, die im Arbeitsleben auf eine Kultur mit anderen Werten trifft – die der „Babyboomer“.

Aufeinandertreffen als Kulturschock
Häufig gleicht diese Begegnung dann einem Kulturschock: Die jeweilige Gegenseite kommuniziert anders, sie setzt andere Prioritäten und vertritt andere Werte. Das macht sich zum Beispiel bemerkbar, wenn es um die Frage nach den Arbeitszeiten geht. Während die älteren Kollegen noch deutlich häufiger das klassische 9-to-5-Modell favorisieren (nach dem Motto: „Gearbeitet wird am Arbeitsplatz, zuhause ist Feierabend“), sehen die Jüngeren gar nicht ein, warum sie nicht schon mittags das Büro verlassen und auch mal im Park oder im Café arbeiten können (mit den technischen Möglichkeiten heutzutage kein Problem). Was passiert? Auf beiden Seiten nur Unverständnis und Kopfschütteln. So recht weiß keiner was anzufangen mit dem anderen - Vorurteile werden verstärkt (da gelten die Jungen als faul und freizeitorientiert und die Älteren als verbohrt und unflexibel) und was am meisten darunter leidet, ist die Zusammenarbeit. Es ist, als wäre man in einem fremden Land und würde die Sprache dort nicht sprechen: man beschränkt den Kontakt auf das Nötigste.

Kommunikation schafft Verständnis

Wenn man sich aber die Mühe macht und das Gespräch sucht, um die Einstellung des anderen zu verstehen, stellen beide Seiten häufig fest: So weit sind wir gar nicht voneinander entfernt. Das ist häufig auch die Quintessenz der diversen Podiumsdiskussionen, bei denen „Babyboomer“ auf „Millenials“ treffen. Eigentlich können die Älteren die Wünsche und Bedürfnisse der Jüngeren nach flexiblen Arbeitszeiten, einer ausgeglichenen Work-Life- Balance und Sinnhaftigkeit in der Arbeit verstehen – oft wünschen sie sich das (insgeheim) sogar auch. Und die Jüngeren sind den Älteren dankbar, weil sie ja die Generation ist, die sie erzogen und geprägt hat. Sie wollen vieles sogar genauso machen wie die Älteren – aber eben auch einiges anders, weil sie oft beobachten konnten, wie ihre Eltern unter der Arbeit gelitten haben.

Chancen für alle
Die Chance liegt darin, dass die „Millenials“ aufgrund des demographischen Wandels in der Lage sind, Druck auszuüben. Druck auf die Unternehmen und Arbeitgeber, die bisher keine Notwendigkeit sahen, mitarbeiterorientiert zu agieren - häufig aus Angst, dadurch die Wertschöpfung zu senken und unwirtschaftlich zu werden. Dass das Humbug ist, zeigen Unternehmen wie die Drogeriemarktkette dm, die mit flachen Hierarchien und großen Entscheidungsfreiräumen der Mitarbeiter ökonomisch sehr erfolgreich ist. Letztendlich geht es der „Generation Y“ nämlich nicht darum, einen Kicker und immer frisches Obst zu haben, sondern tatsächliche inhaltliche Veränderungen für sinnhaftes und selbstbestimmtes Arbeiten zu erreichen – die für alle Generationen gewinnbringend sein können.

Foto: Als Diplom-Psychologin und ausgebildeter Coach beschäftigt Isabelle Müller sich mit der Gestaltung und Verbesserung von Arbeitswelten und der Entwicklung sozialer und persönlicher Kompetenzen. Sie ist selbst Mitglied der „Generation Y“ und agiert als Vermittlerin zwischen den Generationen in der Arbeitswelt. In dieser Funktion bietet sie Workshops und Vorträge an und hilft so, die Besonderheiten der „Generation Y“ zu verstehen – und Klischees abzubauen.

www.easYgeneration.net
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