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„... oder warum arbeiten Menschen?“
B2B Wirtschaft | Peter Dunkhorst

„... oder warum arbeiten Menschen?“

B2B NORD „... oder warum arbeiten Menschen?“
Hamburg (em/lm) „Arbeit wird hierzulande öfter als Quelle von Frustration als von Erfüllung wahrgenommen.“ Dieses Zitat stammt von Marco Nink, der für das Gallup Institut den Engagement Index 2014 für Deutschland herausgibt.

Es gibt viele Umfragen zur Zufriedenheit der Arbeitnehmer in und für Deutschland. Dabei stellt sich heraus, dass die große Mehrheit nur arbeitet, um Geld zu verdienen. Schon der Begriff Work-Life-Balance macht aus meiner Sicht deutlich, dass man entweder arbeitet oder lebt. Welch ein Irrsinn in diesem Begriff steckt! Der Umkehrschluss legt nahe, dass man nicht lebt, wenn man auf der Arbeit ist. Seit 2001 veröffentlicht das Gallup Institut jährlich den Engagement-Index für Deutschland und für viele andere Staaten. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage nach der emotionalen Bindung der Arbeitnehmer an ihr Unternehmen. Drei Kategorien werden unterschieden:
• Hohe Bindung: Arbeitnehmer engagieren sich, bringen Ideen ein, empfehlen das Unternehmen und seine Produkte.
• Geringe Bindung: Sie machen „Dienst nach Vorschrift“, sind nicht „voll und ganz“ bei der Sache.
• Keine Bindung, die Kennzeichen: Innere Kündigung, geringe Produktivität, reden schlecht über das Unternehmen.

Innerlich gekündigt
Beginnen wir mit der dritten Gruppe. Gehen Sie doch mal durch Ihr Unternehmen und zählen Sie die Menschen, die dort tätig sind, ab. Jeder sechste hat statistisch gesehen schon innerlich gekündigt. Er macht nur das Allernötigste, um nicht aufzufallen. Aber sobald Sie wegschauen, wird er wieder im Internet surfen oder sich auf den Weg zu einem Plausch in die Teeküche machen. Rechnen Sie die Zahl der Arbeitnehmer in Ihrem Unternehmen hoch. Wenn Sie 40 Mitarbeiter haben, sind sieben nicht bei der Sache. Diese verdienen ihr Gehalt nicht (mehr) und hinterlassen bei Kunden und Kollegen einen schlechten Eindruck. Sie kennen das doch sicher aus anderen Unternehmen: Lustlose Beratung, fehlerhafte Prozesse, schlechte Stimmung verbreitend. Typischerweise erkennt jeder diese Misere, wenn er betroffen ist. Es gibt viele Geschichten über lange Wartezeiten in Callcentern, unfreundliches Servicepersonal, Termine, die nicht eingehalten werden. Ganz anders wird ein Unternehmen wahrgenommen, wenn Sie an einen engagierten Mitarbeiter aus der ersten Kategorie geraten. Auch hier zählen Sie doch noch einmal ab. Es ist ebenfalls nur jeder sechste, also die gleiche Quote. Wenn Sie vorhin gedacht haben: Oh, da habe ich wohl Pech gehabt, als ich an einen muffeligen Berater geraten bin. Dann können Sie mit der gleichen Wahrscheinlichkeit auch auf einen engagierten Mitarbeiter treffen. Dieser macht Kunden und Chefs glücklich. Aber wie gesagt es sind nur 16 Prozent der Belegschaft, die sich hier finden. Und was würden Sie als Unternehmer tun wollen, um diese Quote zu erhöhen und erfolgreich zu werden?

Schlechte Führung kostet viel Geld
Bleiben wir mal bei unserem Beispielunternehmen mit 40 Mitarbeitern. Nehmen wir weiterhin an, dass ein durchschnittlicher Mitarbeiter dem Unternehmen inklusive der Arbeitgeberanteile 40.000 Euro pro Jahr kostet. Die sechs engagierten Mitarbeiter bringen 100 Prozent Leistung und verdienen ihr Geld. Die sechs Personen, die schon innerlich gekündigt haben, bringen nur noch geschätzte 50 Prozent Leistung. Das bedeutet, dass das Unternehmen 6 x 20.000 Euro = 120.000 Euro pro Jahr zu viel zahlt. Dann nehmen wir noch an, dass die übrigen 28 Mitarbeiter, die Dienst nach Vorschrift machen, sich eben nicht voll einbringen. Sie arbeiten mit „angezogener Handbremse“ und nutzen nicht alle Potenziale. Welche Differenz besteht wohl zwischen einem engagierten 100 Prozent-Mitarbeiter und der schweigenden Mehrheit? Wenn wir annehmen, dass diese große Gruppe nur 80 Prozent der möglichen Leistung am Arbeitsplatz erbringt, dürften Sie wohl zustimmen können. Ein Arbeitnehmer erhält also 40.000 Euro, verdient aber 20 Prozent weniger. Für das Unternehmen heißt das finanziell: Es bezahlt 28 x 8.000 Euro = 224.000 Euro zuviel Gehalt. Bei einer Gehaltssumme von insgesamt 1,6 Millionen Euro könnte das Unternehmen erwarten, dass es auch eine Arbeitsleistung in entsprechendem Umfang von den Mitarbeitern erhält. Oder anders ausgedrückt, dass die Produktivität auch diesen Wert erreicht. Wie wir oben berechnet haben, besteht aber eine Differenz von insgesamt 344.000 Euro pro Jahr zu Ungunsten des Unternehmens.

Foto: Peter Dunkhorst berät seit 20 Jahren Unternehmer. Er ist Geschäftsführer von „John
Strelecky & Friends GmbH“, Hamburg.

Fazit: Gute Führung rechnet sich
Wichtig ist es, die schweigende Mehrheit von 67 Prozent zu aktivieren. Ja, zwei Drittel der Mitarbeiter machen (noch) Dienst nach Vorschrift. Sie begeistern niemanden aber sie vertreiben auch keine Kunden. Sie beobachten die Entwicklung. Und hier schlummert das Potenzial, das gute Führungspersönlichkeiten wecken. Beginnen Sie also die Basis zu schaffen, für eine Unternehmens- und Führungskultur, die Mitarbeiter begeistert.
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