Teilen Sie www.B2B-NORD.de auf Facebook.
Führen mit dem Nordwand-Prinzip
B2B Wirtschaft | Rainer Petek

Führen mit dem Nordwand-Prinzip

B2B NORD Führen mit dem Nordwand-Prinzip
Hamburg (em/lm) Eine Welt des permanenten Wandels verlangt von Unternehmern, Managern und Führungskräften aller Ebenen neue Kompetenzen: Führen im Ungewissen, Unerwartetes meistern und plötzlich auftauchende Chancen nutzen. Darauf sind viele Entscheidungsträger nicht ausreichend vorbereitet.

Wenn Pläne versagen
Das klassische Vorgehen im Management folgt meist einem linearen Prozess: Man beginnt mit der Analyse, es folgt eine Entscheidung, dann die Planung und danach die Umsetzung. Wenn die Rahmenbedingungen stabil sind und verlässliche Aussagen über die Entwicklung des Geschäfts getroffen werden können, macht diese Vorgehensweise natürlich Sinn. Operiert ein Unternehmen jedoch in einem hochdynamischen, überraschungsreichen Marktumfeld, kommt dieser Ansatz schnell an seine Grenzen. Ist das Unternehmen noch dazu gefordert neue Leistungsangebote auf den Markt zu bringen, ist das Scheitern vorprogrammiert. Spannenderweise führen Manager das Misslingen von Vorhaben unter komplexen Bedingungen meist reflexartig auf unvollständige Analysen und mangelnde Planung zurück. Übersehen wird dabei, dass bei solchen Unternehmungen erst am Ende all jene Informationen vorliegen, die man zu Beginn für eine vollständige Planung gebraucht hätte – vorausgesetzt, dass sich das Unterfangen auch mit geänderten Planungsprämissen genauso entwickelt hätte, wovon wiederum nicht auszugehen ist. Die Vorstellung, der Welt in komplexen Verhältnissen einen Plan aufzwingen zu können, ist eine gefährliche Denkfalle. Wie man diese Falle vermeidet, aber trotzdem planvoll und umsichtig vorgehen kann, zeigt ein Blick in die Welt des Extrembergsteigens.

Impulse vom Extrembergsteigen
Steigt ein Team in eine schwierige Nordwand ein, so geschieht dies natürlich nicht planlos. Erfahrene Bergsteiger wissen aber, dass starre Pläne nicht zum Erfolg führen, ja sogar lebensgefährlich werden können. Deswegen werden intelligente Kletterer einen zyklischen Prozess anwenden: es geht darum den Plan im Tun immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und entsprechend den wirklichen Verhältnissen anzupassen. Es kommt darauf an, sein Handeln nicht nur als entschlossene Umsetzung des Plans, sondern auch als Erkundung der tatsächlichen Gegebenheiten zu verstehen. Es braucht die Bereitschaft auch mit unvollständigen Informationen gemeinsam loszugehen und schrittweise Antworten auf die offenen Fragen am Weg zum Ziel zu finden. Diese Vorgehensweise bewährt sich auch im Management innovativer Vorhaben und kann völlig systematisch in Unternehmen angewandt werden. In vielen Unternehmen bleibt es beim „Manmüsste- mal“ und bei brillanten Konzepten auf Power-Point. Damit Menschen unter Ungewissheitsbedingungen ins Handeln kommen, müssen Wunschziele zu Willenszielen werden.

Ins neue Handeln kommen
Wunschziele beschreiben Zustände und Ergebnisse, die jeder gerne hätte, lösen aber keine Handlungen aus. Handeln erfordert Willensziele und der beste Weg zu gemeinsamen Willenszielen führt über den Dialog. Menschen brauchen Klarheit, wenn Sie wirklich „Ja“ zu einem ungewissen Vorhaben sagen sollen. Es braucht ein gemeinsames Verständnis über die Ziele und das Vorgehen. Wichtig ist auch Klarheit über bestehende Unklarheiten, den erforderlichen persönlichen Einsatz sowie Kriterien für den Abbruch oder die Änderung des Vorhabens.
Erfahrene Kletterer nehmen sich zur Klärung dieser Punkte viel Zeit zum Dialog bevor sie gemeinsam in eine schwierige Route einsteigen. In Organisationen wird dies mit Verweis auf Zeitknappheit meist unterlassen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass der erhöhte Zeitaufwand für ein wirkliches gemeinsames Wollen in einer beschleunigten Umsetzung mündet und dadurch um ein mehrfaches gutgemacht werden kann.

Clever Experimentieren lernen
Im Klettern werden echte Leistungssteigerungen erst durch ein duales System möglich: zum einen durch das Training in Sportkletterrouten im Tal und zum anderen durch die Anwendung der neuen Fähigkeiten beim Klettern im Gebirge. Am Berg kommt es auf unfallfreies Klettern an. Ein Sturz könnte lebensgefährlich sein. Deswegen verschieben Kletterer ihre Grenzen nicht in gefährlichen Routen am Berg, sondern beim spielerischen Experimentieren in schwierigsten Sportkletterrouten mit perfekter Absicherung, wo das Stürzen ungefährlich ist. Man kann und soll hier sogar über seine Grenzen gehen, wenn man sich als Kletterer entwickeln will. Denn wer beim Sportklettern niemals stürzt, bleibt unter seinen Möglichkeiten. Die hier gelernten neuen Fähigkeiten können dann schrittweise und umsichtig wieder in das ernste Umfeld des Kletterns im Gebirge übertragen werden.
Im Unternehmen empfiehlt es sich ähnlich vorzugehen, wenn man innovative Vorhaben realisieren will. Statt mit großem Aufwand zu starten und teuer zu scheitern, weil sich Rahmenbedingen oder Kundenanforderungen geändert haben, kann man beispielsweise iterativ experimentieren. Mit günstigen und schnellen Prototypen immer wieder rasch Feedback von Anwendern oder Kunden generieren, um Schritt für Schritt schlauer zu werden. „Fail early to learn quickly!“ Oder man startet zu einem Vorhaben parallel mehrere Experimente, um herauszufinden, welche Ideen das Potenzial haben sich am Markt oder auch in der Organisation durchzusetzen.
BRANCHENBUCH
Auto
Druckereien
Einkaufen
Elektronik/TV
Energie
Event
Finanzen
Garten / Landschaftsbau
Gastronomie
Handwerk
Lebensmittel
Logistik
Mode
Netzwerke
Personalservice
Verlage
Wirtschaft
Dienstleistungen
Fortbildung
Gesundheit
Hotel
Immobilien
Kommunikation
Neubau
Office
Politik
Rechtsanwälte
Reisen
Senioren
Steuerberater
Training/Coaching
Versicherungen
Werbung
Wohnen
Verwendung von Cookies
Um unsere Webseite für Sie optimal gestalten zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos finden Sie in der Datenschutzerklärung
Akzeptieren und weitersurfen