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Was eine klare Kommunikation ausmacht
B2B Wirtschaft | René Borbonus

Was eine klare Kommunikation ausmacht

B2B NORD Was eine klare Kommunikation ausmacht
Ruppach-Goldhausen (em/sv) Sich verständlich auszudrücken ist das oberste Gebot für Klarheit in der Kommunikation. Rhetorik- Experte René Borbonus zeigt, was Sie in dieser Hinsicht beachten sollten.

Klarheit macht Kommunikation effektiv. Wer sich darum bemüht, zu verstehen und verstanden zu werden, kann besser zusammenleben und -arbeiten. Klare Menschen können andere besser überzeugen und führen. Klare Kommunikation macht Kompetenz erst erkennbar und schließt Wissen auf. Sie schafft Vertrauen. Unsere Kommunikation entscheidet zudem darüber, ob unsere Beziehungen funktionieren, auch im Job. Wir sollten daher auf Klarheit in der Kommunikation achten.

Klarheits-Killer
Doch es gibt Klarheits-Killer. Angst ist der effektivste. Wenn jemand mit seinen Aussagen auf Ängste zielt, führt er wahrscheinlich etwas im Schilde. Verschleiernde Argumente bauen oft auf Klischees, Ressentiments und Stereotypen auf. Sprachlich können ein übermäßiger Gebrauch von Konjunktiv, Passiv und relativierenden Formulierungen darauf hindeuten, dass jemand sich bewusst nicht klar ausdrücken möchte.
Einzeln sind diese Symptome allerdings mit Vorsicht zu genießen. Oft relativieren wir auch einfach unbewusst, weil wir uns selbst nicht so ganz im Klaren sind. „Vielleicht könnte Ihre Beförderung nächstes Jahr noch einmal in Betracht gezogen werden“ – das muss nicht zwingend eine Lüge sein. Auf die Beförderung verlassen sollten Sie sich aber nicht …
In der Kommunikation ist weniger oft mehr. Was fürs Argumentieren gilt, gilt auch fürs Erklären und für die meisten anderen Gesprächsanlässe: Wir neigen dazu, viel zu viel zu sagen. Das ist der Klarheit abträglich. Der Philosoph Karl Popper hatte für die Geschwätzigen unter seinen Kollegen einen Spitzen-Tipp parat: „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.“

Einfache Regeln
Erfreulicherweise ist klar zu kommunizieren keine Kunst, die Redebegabten vorbehalten ist, jeder kann sie lernen. Um im Alltag klarer zu kommunizieren, helfen schon einfache Regeln, zum Beispiel diese:

1. Achten Sie auf eine präzise Wortwahl! Jedes Wort, das Sie verwenden, sollte zum jeweiligen Sachverhalt passen, den sie thematisieren.

2. Benennen Sie Konkretes konkret! Reden Sie nicht um den heißen Brei, sondern wählen Sie Ihre Worte beim Argumentieren so konkret wie möglich.

3. Verwenden Sie Wörter beim Argumentieren nur in ihrer geläufigen Bedeutung. Die Gefahr ist sonst zu groß, dass andere Sie nicht oder nicht richtig verstehen und die logische Argumentationskette aufgrund einer sprachlichen Lücke reißt.

4. Wählen Sie beim Reden immer das gebräuchlichste Wort, auch wenn Ihnen eindrucksvolle Synonyme zur Verfügung stehen. Argumentationen sollten immer den allgemeinverständlichen Begriff verwenden, keine unnötigen Fremdwörter oder Wortneuschöpfungen. Wer die Wahl zwischen mehreren Vokabeln hat, sollte immer die einfachere und gebräuchlichere wählen.

5. Erklären Sie ungebräuchliche Wörter wie Fremdwörter oder Fachbegriffe. Komplexe Ideen, also abstrakte Begriffe, müssen definiert werden. Wenn Sie keine andere Wahl haben, als ein Fremdwort oder einen Fachbegriff zu verwenden, liefern Sie die Übersetzung gleich mit. Damit demonstrieren Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie verstanden werden wollen. Eine überflüssige Erklärung ist besser als ein irritiertes Publikum, das nicht mehr folgen kann.

6. Unterziehen Sie Ihre Argumentation einem logischen Klarheitscheck, indem Sie sie auf formale Vollständigkeit überprüfen. Je mehr wir sagen, desto weniger kommt beim anderen an. Beschränken Sie sich auf das oder die wenigen stärksten Argumente. Wenn Sie mehrere Gründe vorbringen wollen, beginnen Sie mit dem stärksten. Struktur und Kürze helfen, die Membran der Widerstände zu durchdringen.

Klarheit ist eine Pflicht
Wir müssen es uns eingestehen: Die meisten Unklarheiten resultieren aus Mängeln in unserer Kommunikation. Oft machen wir uns das Leben schwerer, als es sein müsste. Die meisten Unklarheiten könnten wir durch klare Botschaften und klare Gespräche vermeiden. Wir sollten daher effektiver kommunizieren, damit mehr Botschaften ihre Empfänger erreichen.
Und mein Eindruck ist: Alle wollen Klarheit. Wir Menschen wünschen uns in der Kommunikation nichts sehnlicher. Wie der Respekt, ist Klatheit ein starkes menschliches Bedürfnis. Mehr noch: Sie ist das Ordnungssystem für all unsere Bedürfnisse.
Klarheit ist auch eine Verantwortung. Wir schulden sie uns selbst, und wir schulden sie allen Menschen, mit denen und vor denen wir sprechen. Als Chefs und Kollegen: Klarheit taucht in vielen Firmenleitbildern auf und wird doch nicht gelebt. Den Begriff mit Leben zu füllen und in den Alltag zu tragen, ist nämlich gar nicht so einfach. Von mehr Klarheit profitieren wir alle. Klarheit ist somit ein wichtiger Auftrag, eine Pflicht sogar.

Foto: René Borbonus ist Spezialist für Rhetorik und Kommunikation. Topmanager und Politiker lassen sich von ihm ausbilden und auf schwierige Gespräche vorbereiten.
René Borbonus
René Borbonus
St. Barbara-Straße 36
56412 Ruppach-Goldhausen
Tel.: 0 26 02 – 99 80 93
E-Mail: kontakt (at) rene-borbonus.de
www.rene-borbonus.de
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