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Führung wirkt. Keine Führung auch.
B2B Wirtschaft | Stephan Ehlers

€ Führung wirkt. Keine Führung auch.

B2B NORD Führung wirkt. Keine Führung auch.
Brilon (em/sw) Führung ist genau genommen nur „die wirksame Anwendung von Fähigkeiten im Umgang mit Menschen“. Wir alle wissen, wie leicht sich das anhört und wie schwer sich das umsetzen lässt. Insbesondere in Zeiten der Veränderung und des Wandels, die es branchenunabhängig überall gibt. Die Bereitschaft des Einzelnen, Neues zu wagen, wäre dabei überaus wichtig und wünschenswert und wird gerne unterschätzt. Sorgt die Führung eher für ein Klima der Sicherheit und hat weniger Lust auf Neues, wird es auch den Mitarbeitern schwer fallen, neue Pfade auszuprobieren.

Dies ist nicht nur logisch, sondern konnte in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen sogar nachgewiesen werden. Alle Führungsmethoden und Managementstile scheitern immer dann, wenn die Ideen oder Maßnahmen auf das Äußere, das „Bewusste“ abzielen. Die Führung im 21. Jahrhundert erfordert eine Art Führung, die an den betriebswirtschaftlichen Fakultäten nur selten gelehrt wird. Dies ist die Führung durch Herausforderung … und zielt auf das „Unbewusste“.

Marketinggag der Evolution
Für Chefs, Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen fatal ist, dass unser Bewusstsein – wenn erst einmal eine Entscheidung gefallen ist – sich diese Entscheidung selbst zuschreibt, so als gäbe es nur diese eine Instanz. Man könnte also fast meinen, dass unser Bewusstsein ein Marketinggag der Evolution ist, damit wir glauben, Entscheidungen bewusst zu treffen. Dem ist aber nicht so. Alles was wir auf Basis der Entscheidungen in unserem Gehirn tun, muss im Einklang mit unserem emotionalen Erfahrungsgedächtnis stehen. Wir müssen nämlich mit dem, was wir tun, leben können! Und weil das so ist, hat unser emotionales Erfahrungsgedächtnis immer das erste und letzte Wort. Mit anderen Worten: Was wir tun, muss im Spiegel unserer bewussten und unbewussten Lebenserfahrung plausibel und gerechtfertigt erscheinen. Können wir dies auf Dauer nicht, so werden wir psychisch krank. Es ist also unbedingt erforderlich, dass wir unsere unbewussten Motive und unsere bewussten Ziele in Übereinstimmung bringen. Dieses Dilemma trifft sowohl Unternehmer, Entscheider und Führungskräfte gleichermaßen wie Arbeiter und Angestellte. Es ist menschlich!

Der größte Management-Fehler
Durch jahrzehntelanges Bestreben, die Unvorhersehbarkeit auszuschließen, erstickten die Führungskräfte genau das, was für turbulente Zeiten wichtig ist: Die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Kreativität, Einfallsreichtum und Initiative sind jetzt gefordert … wurden aber jahrzehntelang im Prinzip verboten. Der größte Krisenfaktor ist Misstrauen. Vertrauen hingegen die höchste Form der menschlichen Motivation. Wenn man das einmal begriffen hat, wird vieles einfacher.

Klarheit verringert Angst

Chefs und Führungskräfte müssen in schwierigen Zeiten sagen, was Sache ist. Der Kommunikationsbedarf wird und muss in Krisenzeiten steigen. Durch Offenheit und klare Anweisungen kann man viele Ängste erheblich verringern. Doch muss jedem klar sein, dass die Wurzeln der Angst bleiben werden! Es hilft NICHT zu sagen: „Machen Sie sich keine Sorgen“! oder „Das wird schon!“. Warum Chefs und Führungskräfte häufig falsch in Krisenzeiten reagieren, liegt wohl daran, dass Manager häufig nur ausschließlich rational argumentieren, nicht aber Emotionen ansprechen. Das was uns Angst einjagt, ist der weit verbreitete Glaube, dass wir keine Kontrolle über das haben, was mit uns passiert. Wir FÜHLEN uns hilflos, weil wir denken, dass die Kräfte der Veränderung so schlimm sind (beziehungsweise sein werden), dass wir ihnen nichts mehr entgegensetzen können. Das Gefühl der Machtlosigkeit führt dazu, dass sich die Leute INNERLICH von ihrer Arbeit lösen. So wird man OPFER (der Krise, der Wirtschaft, des Chefs, der Kollegen…). Sie können aber NICHT Pessimismus einfach ersetzen durch „Nun denk mal positiv“. Das geht schief!

Wie kann man Ängste reduzieren?
Hauptquelle der Angst in Unternehmen ist es, wenn Führungskräfte versuchen ihre Mitarbeiter zu kontrollieren oder mit „Positiv-Denken“ zu beruhigen. Wann immer wir glauben, „da draußen“ ist das Problem, ist genau dieser Gedanke das Problem! Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Sie können Unsicherheit NICHT in Sicherheit verwandeln. Das wird nie klappen! Es gibt aber Prinzipien, auf die Sie sich in schwierigen Zeiten verlassen können:
• Lernen Sie zu vertrauen! Die Regel ist hier ganz einfach: Man wird Ihnen nur soweit vertrauen, wie Sie persönlich vertrauenswürdig sind!
• Geben Sie Stabilität als Führungsziel auf.
• (Fach-)Wissen gibt Mitarbeitern keine Orientierung. Haltung schon!
• Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und das Machbare. Reduzieren Sie Ihre Top- Prioritäten auf maximal drei Ziele.
• Fangen Sie sofort damit an, alles Überflüssige aus Ihrem Unternehmen zu entfernen. Nehmen Sie sich die Zeit für „Entschlackung“ – es lohnt sich. Wenn Ihnen nichts Überflüssiges ein- oder auffällt, dann fragen Sie Ihre Mitarbeiter. Die Wirtschaft wird es sich auf Dauer nicht leisten können, „Menschen für Jobs“ zu suchen statt „Jobs für Menschen“. Konkret bedeutet dies, die Jobs sehr individuell zu gestalten. Mit flexiblen und veränderbaren Grenzen zu versehen und die Mitarbeiter sehr „persönlich“ in das Unternehmen zu integrieren. Dazu gehört, die persönlichen Ziele des Mitarbeiters intensiv einzubauen. Und hier wird es schwierig für die Organisationen – es macht Mühe, ist aber machbar.

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Stephan Ehlers (Brilon) ist der Jongleur unter den Top-Speakern und versteht es mit Ballzauberei und Wortwitz aktuelle Erkenntnisse der Gehirnforschung informativ und unterhaltsam mit konkreten Tipps für die Umsetzung zu verbinden. Er ist Inhaber der FQL Akademie „Findet Querdenken Lukrativ“ in München, Mitglied der GSA German Speakers Association, Top100-Trainer bei Speakers Excellence, Mitglied der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement sowie Autor mehrerer Bücher. In einer zunehmend von Veränderung geprägten Berufswelt fordert Ehlers dazu auf, „die Kugeln selbst in die Hand zu nehmen“ und versucht, Menschen durch das Jonglieren schrittweise den konstruktiven Umgang mit Unsicherheiten zu vermitteln.
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